Bald soll der Tempel leuchten

Von Stefan Aerni. Aktualisiert am 29.07.2009

Drei Jahre nach seiner Eröffnung wird der Langenthaler Sikh-Tempel erst jetzt richtig fertig. Künftig soll er wie ein Stern leuchten.

Endlich da: Sikh-Präsident Karan Singh (l.) und Bauführer Renzo Costa mit einem der neu eingetroffenen Tempel-Ornamente.

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Wer im Langenthaler Dennli unterwegs ist, bleibt beim Sikh-Zentrum verwundert stehen: Nicht einmal drei Jahre nach seiner Eröffnung ist der Tempelturm wieder eingerüstet. Wollen da die Sikhs aufstocken?

Gemach, gemach: Wie Bauführer Renzo Costa gegenüber dieser Zeitung erklärte, geht es bloss um Arbeiten, die eigentlich zum Neubau gehört hätten. Damals aber habe das korrekte Material gefehlt. Denn die Sikh-Religion kenne ihre ganz eigenen Bestimmungen. Die Arbeiten jetzt sind auf rund 50'000 Franken veranschlagt und betreffen insbesondere die Einkleidung von Fenstern, den Feinschliff an der Kuppel und das Platzieren heiliger Ornamente, die bisher gefehlt haben.

Gemäss Karan Singh, Tempelleiter und Präsident der Schweizer Sikh-Gemeinschaft, sollen die Verzierungen an der Tempel-Kuppel künftig blau beleuchtet werden. «So wissen die Leute immer, wo wir zu finden sind.»

Dass ein neuerdings beleuchteter Tempel auf Widerstand stossen könnte, das glaubt Singh nicht. Es handle sich nur um ein sehr dezentes Blau. Dazu komme, so betont der Sikh-Präsident, «dass unsere Türen für alle Menschen offen sind».

Das will Religionskritiker Daniel Zingg nicht bestreiten. Der Sprecher des «Stopp Minarett»-Komitees bringt den Sikhs viel Goodwill entgegen: «Sie haben nicht den Machtanspruch der Muslime und sind zahlenmässig zu unbedeutend.» Sollten die Sikhs ihren Tempel aber zu auffällig beleuchten, will sich Zingg mit seinen Mitstreitern überlegen, «aktiv zu werden».

Davon freilich lässt sich Sikh-Chef Karan Singh nicht die Laune verderben. «Wenn diese Woche die letzten Arbeiten am Tempel abgeschlossen sind, machen wir ein tolles Fest für alle.»

Tempelfest: Sonntag, 2. August, ab 10 Uhr, Dennliweg 31A in Langenthal. (Berner Zeitung)

Erstellt: 29.07.2009, 10:17 Uhr

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