Amstutz punktet im Emmental
Von Stephan Künzi. Aktualisiert am 06.01.2011 3 Kommentare
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Sie wolle sich kurz fassen, «meine Vorredner haben die Redezeit ja längst ausgeschöpft», erklärte Christa Markwalder. Und wirklich: Einmal mehr hatte Marc Jost zu ausführlichen Erwägungen dafür und dagegen ausgeholt und gleichzeitig durchblicken lassen, dass er die Sache genauer anschauen und sich erst dann entscheiden möchte. Auch Ursula Wyss verlor sich gleich zu Beginn in mannigfaltigen Argumenten, bevor sie zu einer klaren Aussage kam.
Dabei hatte der Mann aus dem Publikum von Anfang an betont, er wolle nur ein Ja oder ein Nein hören. Und den Wunsch beharrlich bekräftigt, als er merkte, dass er ganz offensichtlich auf taube Ohren gestossen war.
Von der ersten Runde weg
«Ja», sagte Christa Markwalder nun auf die Frage, ob sie angesichts der heutigen Verkehrslawine im Flaschenhals Burgdorf– Oberburg für die Zufahrt Emmental kämpfen würde. Zu einem «eher ja» rang sich nach einigem Hin und Her Marc Jost durch, auch Ursula Wyss landete am Schluss bei einem «eher ja», wogegen Adrian Amstutz als Vierter im Bunde die Sache mit einem «deutlich ja» wieder kurz und knapp klarmachte.
Es war ein besonderer Anlass, zu dem das Quartett in Langnau zusammengekommen war. Sechs Wochen vor den Ständeratswahlen im Kanton Bern stellten sich die vier Kandidierenden im Hotel Emmental gemeinsam einer Podiumsdiskussion. Es war der Auftakt zum Wahlkampf, der erstmals Unterschiede zwischen Nationalrätin Christa Markwalder (FDP), Grossrat Marc Jost (EVP), Nationalrätin Ursula Wyss (SP) und dem Nationalrat Adrian Amstutz (SVP) greifbar machen sollte. Wie verschieden die vier tatsächlich ticken, stellte sich gleich ab der ersten, sehr persönlich gefärbten Fragerunde heraus.
Jeder mit seinen Vorzügen
Christa Markwalder, die Einheimische, wollte sich dem Publikum zuerst einmal erklären. Ursprünglich hatte sie dem Podium nämlich fernbleiben wollen, erst im letzten Moment entschied sie sich um – sie sei halt, sagte sie zu ihrer anfänglichen Absage, just in diesen Tagen mit englischen Parlamentariern in Davos am Skifahren und könne so «Skiliftdiplomatie» pflegen. Dann stellte sie sich als «klassische Liberale» vor, die im Kanton «für eine starke Wirtschaft und eine hohe Wertschöpfung» kämpfe. Wichtig sei dabei «ein konstruktives Verhältnis zur EU», schloss sie vage – erst als ein Zuhörer es wirklich wissen wollte, liess sie sich ein eindeutigen Ja zu einem EU-Beitritt abringen.
Demgegenüber wendete Marc Jost als Vertreter einer Kleinpartei viel Zeit darauf, seine Kandidatur zu rechtfertigen. Er stellte sich als Alternative für jene dar, die mit den drei anderen nichts anfangen könnten, und kam auf sein Profil zu reden, das mal nach links und mal nach rechts tendiere. Immer wieder strich er hervor, wie intensiv er in Fraktion und Partei debattiere – er vertrete einfach «kein Extrem», verteidigte er sich auf die Kritik hin, so könne man kaum von einem politischen Profil reden.
Ursula Wyss wollte derweil im ländlichen Emmental nicht einfach als Städterin durchgehen. Sie blickte auf ihre Jugend in Säriswil und Münsingen zurück, betonte, wie sehr sie sich aus dem Erlebten heraus für das Land einsetze. Etwa im Kampf gegen den Abbau im Postautonetz – sie wisse, schob sie später zur Zufahrt Emmental nach, dass es ohne das Auto nicht immer gehe.
Klassisch kam Adrian Amstutz daher. Er ratterte seine berufliche und politische Laufbahn herunter, strich hervor, wie wichtig ihm seine 36 Jahre Partnerschaft und Familie sind, deponierte die Botschaft, dass er für die Freiheit und gegen die EU sei – und entgegnete schliesslich auf den Einwand, er mache Politik mit der Motorsäge: «Mit der Motorsäge pflegt man den Wald und kann feine Kunst machen.» Seine, wie er sich rühmte, direkte Art zu reden wurde im Saal honoriert: Keiner erntete derart spontanen Applaus wie er. (Berner Zeitung)
Erstellt: 06.01.2011, 09:31 Uhr
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3 Kommentare
Frau Markwalder ist seit 2006 Präsidentin der Neuen Europäischen Bewegung Schweiz und setzt sich damit an vorderster Front für einen Betreitt der Schweiz zur EU ein. Wenn Frau Markwalder gegenwärtig bei diesem Thema etwas zurückhaltender ist, dann liegt das alleine daran, weil sie auch von EU-skeptischen BDPler und FDPler gewählt werden will. Antworten
Gibt es hierzu wirklich noch Fragen? Wir wollen einen Ständerat, der eine klare Sprache spricht und wir verstehen, was er ausdrücken will. Alle die um den heissen Brei herum reden, haben keine Argumente warum sie in den Ständerat wollen. Ob wir es wahr haben wollen oder nicht - im Ständerat sind schon heute viel zu viele Zögerer und solche, die überhaupt nicht wissen, warum sie Ständerat wurden!? Antworten
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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