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Also doch: SBB macht dicht
Von Stefan Schneider. Aktualisiert am 19.06.2009
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Die neuen Schalteröffnungszeiten
Langenthal: Mo bis Fr, 6.30 bis 19 Uhr; Sa, 7 bis 17.30 Uhr und So, 9 bis 17.30 Uhr.
Herzogenbuchsee: Mo bis Fr, 6.45 bis 18.50 Uhr; So, 8.10 bis 17.40 Uhr.
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Der Entscheid ist definitiv, und er wird den Benutzern des öffentlichen Verkehrs nicht gefallen: Ab 1.Juli bleibt der Bahnschalter in Herzogenbuchsee sonntags geschlossen; wer ein Billett braucht, muss mit dem Automaten vorlieb nehmen. Diese Hiobsbotschaft überbrachte Gemeindepräsidentin Charlotte Ruf (SVP) am Mittwoch an der Gemeindeversammlung. «Wir haben uns stark gegen diese Schliessung gewehrt – verhindern konnten wir sie leider nicht.»
SBB sorgt für Verwirrung
Der SBB-Entscheid überrascht und verwirrt zugleich: Vor knapp vier Wochen hatte SBB-Pressesprecher Roland Binz gegenüber dieser Zeitung noch gesagt, eine Schliessung am Sonntag sei «kein Thema». In Betracht ziehe man allenfalls eine Reduktion der Öffnungszeiten.
Zum plötzlichen Meinungsumschwung konnte sich Roland Binz gestern nicht äussern. Er arbeite nicht mehr bei der SBB, hiess es auf Anfrage. Stellung genommen hat dagegen Jean-Louis Scherz: «Die genaue Wortwahl meines Kollegen kenne ich leider nicht», sagte der Pressesprecher. «Als die Medienanfrage damals bei uns eintraf, war der Entscheid aber noch nicht gefallen. Deshalb konnten wir auch nicht von einer Schliessung sprechen.» Zuerst habe man sich mit der Gemeinde an einen Tisch setzen wollen.
Auch Langenthal betroffen
Nicht nur in Herzogenbuchsee setzt die SBB den dicken Rotstift an. Auch in Langenthal wird kräftig gespart. Ab 1.Juli fallen am Bahnhof wöchentlich über 9 Schalterstunden weg. Von Montag bis Freitag werden pro Tag 40 Minuten gestrichen, am Samstag sind es eineinhalb Stunden, am Sonntag über vier Stunden. «Die Überlegungen sind die selben wie in Herzogenbuchsee», erklärt Scherz. «Wir müssen ständig unsere Kosten prüfen und wenn nötig Massnahmen ergreifen.»
Von den Kürzungen betroffen sind vor allem ältere Leute, die mit den modernen Touch-Screen-Automaten nicht zurechtkommen. Wer sonntags von Herzogenbuchsee aus eine Reise startet, kann sein Billett zwar noch beim Zugpersonal lösen – doch gratis ist das nicht. Ab 1.August bezahlt jeder Fahrgast, der ein solches Billett kauft, einen satten Zuschlag von 10 Franken – bisher waren es nur 5. Begründet wird der Preisaufschlag von der Bahnunternehmung mit dem «grossen Aufwand» für das Zugpersonal, dadurch leide die Servicequalität. (Berner Zeitung)
Erstellt: 19.06.2009, 10:03 Uhr
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