Abtrünnige Käsereien kehren zu offizieller Organisation zurück

Aktualisiert am 16.03.2010

Vor rund einem Jahr traten vier Käsereien aus der offiziellen Organisation Emmentaler Switzerland aus und gründeten ihren eigenen Verein.

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Heute sind sie wieder Mitglieder der Sortenorganisation, produzieren aber nach eigenen, schärferen Kriterien.

Der Austritt aus der offiziellen Organisation und die Gründung des Vereins «Emmentaler Switzerland Tradition» warfen damals ziemlich hohe Wellen, wie Vereinspräsident Peter Pfister am Dienstag auf Anfrage sagte. Der Verein zog am Dienstag nach rund einem Jahr Tätigkeit Bilanz.

Die Käsereien verliessen damals die offizielle Organisation aus verschiedenen Gründen. So störten sie sich an den vorgeschriebenen Produktionskontigenten. Die Käsereien wollten mehr Emmentaler produzieren, durften aber nicht. Dies, obschon die Nachfrage da war, wie Pfister betont.

Die Abtrünnigen sahen sich jedoch gezwungen, ihre Mitgliedschaft bei Emmentaler Switzerland zu erneuern. Denn nur als Mitglieder dürfen sie Emmentaler AOC produzieren, also mit dem Label der geschützten Ursprungszeichung. Und nur als Mitglieder können sie die wichtigsten Abnehmer beliefern: den Milchverarbeiter Cremo und den Exporteur von Mühlenen.

Der Bauer bringt die Milch

Der Verein zählt inzwischen neun Mitglieder. Sie alle befolgen die selbst auferlegten, zusätzlichen Einschränkungen bei der Produktion des Emmentalers.

«Unsere Käsereien produzieren fast wie früher», fasst Pfister zusammen. «Wir verzichten auf eine industrielle Produktion rund um die Uhr. Bei uns gibt es nur eine Produktion pro Tag».

Die maximale Entfernung zwischen Milchproduzent und Käserei darf höchstens 10 Kilometer betragen. Das geografische Gebiet der Produktion umfasst die Region Emmental im Einzugsgebiet des Flusses Emme.

Der Verein sieht in den zusätzlichen Qualitätsanforderungen eine Möglichkeit für die Käsereien, ihre Marktposition zu stärken. «Damit möchten wir die Existenz der traditionellen Dorfkäsereien im Emmental sichern», sagt Vereinspräsident Pfister. Er möchte noch mehr Käserei-Genossenschaften als Mitglieder dazugewinnen.

Der Emmentaler Switzerland Tradition wird in erster Linie im Ausland vermarktet, soll aber auch in der Schweiz erhältlich sein. (mau/sda)

Erstellt: 16.03.2010, 11:23 Uhr

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