Region
Chance der Kandidaten aus Randgemeinden steigen
Von Stefan Aerni. Aktualisiert am 13.01.2010
(Bild: BZ Grafik: Signer)
Kuriose Liaison und die Pnos
Der neue Wahlkreis Oberaargau hat 12 Sitze im Grossen Rat. Um sie buhlen insgesamt 143 Kandierende auf 13 Listen. Auffallend: Die FDP geht mit den Grünliberalen eine Listenverbindung ein – ein Unikum im Kanton. Und die rechtsextreme Partei national orientierter Schweizer (Pnos) tritt mit zwei Kandidaten an.
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Jürg Schürch gibt sich kämpferisch wie einst als 400-Meter-Läufer. Der mittlerweile bald 61-jährige Huttwiler würde sich «wahnsinnig freuen», wenn ihm an den Grossratswahlen vom 28.März ein Comeback gelänge. Die Chancen für den SVP-Mann stehen nicht schlecht. Schliesslich ist er als langjähriger Geschäftsführer des Huttwiler Sportcenters eine bekannte Figur. Zudem war er schon einmal 16 Jahre im Kantonsparlament, bevor er 2006 abgewählt wurde. Und das «trotz eines Topresultats», wie er noch heute betont.
«Hier kennt man mich»
Tatsächlich war Schürch vor vier Jahren einer der prominentesten Abgewählten – ein Opfer quasi des Wahlmodus. Denn er, der eingefleischte Oberaargauer, trat im Wahlkreis Emmental an, auf der Liste der Ämter Trachselwald, Signau, Konolfingen – und scheiterte.
Kein Wunder, sagt er jetzt: «Der neue Wahlkreis Oberaargau ist ganz klar ein Vorteil. Hier kennen mich die Leute.»
Auch Adrian Wüthrich, Spitzenkandidat der Huttwiler SP, sieht seine Chancen im neuen Wahlkreis gestiegen. «Hier engagiere ich mich, hier hab ich zum Beispiel einst das Jugendparlament gegründet. Ich fühle mich voll und ganz als Oberaargauer.»
Die bessere Ausgangslage der Huttwiler Grossratskandidaten könnte gleichzeitig die Vormachtstellung der Langenthaler brechen: Bisher kamen von den elf Oberaargauer Grossratsmitgliedern nicht weniger als sechs aus Langenthal – also gut die Hälfte.
Doch auch wenn der Oberaargau neu zwölf Sitze zugut hat, dürften die meisten nach Langenthal gehen. Keine sehr gute Verteilung: Allein die Gemeinden Huttwil, Niederbipp und Herzogenbuchsee sind mit rund 15200 Einwohnern grösser als Langenthal (15000).
Bekanntheit entscheidet
Wo liegen die Gründe für diese Dominanz? Christian Hadorn aus Ochlenberg, seit acht Jahren für die SVP im Grossen Rat, sieht einen Vorteil für Langenthaler Kandidaten darin, dass diese automatisch ein «grösseres Wählerfundament» haben. Mit anderen Worten: Wer in einer Stadt lebt und politisiert, den kennen meist mehr Leute.
Aber es gibt auch Ausnahmen – wie Hadorn selbst: Als ehemaliger Profimusiker (Tornados) und heutiger Geschäftsmann weit über das kleine Ochlenberg hinaus bekannt, wurde er einst auf Anhieb gewählt. Und er dürfte auch diesmal wieder ein sicherer Wert für seine Partei sein. (Berner Zeitung)
Erstellt: 13.01.2010, 11:35 Uhr





