In Oberhofen: Duell um Jurasitz
Sylvain Astier, FDP Grossrat und Regierunsratskandidat, duellierte sich am Freitagabend in Oberhofen mit Philippe Perrenoud, SP-Regierungsrat und Gesundheitsdirektor des Kantons Bern (Bild: Dino Dal Farra)
(Bild: Dino Dal Farra)
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In Oberhofen stellten sich Grossrats- und Regierungsratskandidaten der Parteien von Hilterfingen und Oberhofen einer Diskussion. Im Rahmen eines überparteilichen Podiums bezogen sie am Freitagabend in der Halle am Riderbach Stellung zu Themen wie Busverkehr, Schifffahrt auf dem Thunersee und Erhaltung des Schlosses Oberhofen. Mit von der Partie waren auch die beiden Regierungsratskandidaten Philippe Perrenoud (SP, bisher) und Sylvain Astier (FDP, Grossrat).
Die beiden duellierten sich in Oberhofen erstmals um den Jurasitz im Regierungsrat. Im Fokus ihrer Debatte vor ungefähr 50 Interessierten stand die kantonale Gesundheits-politik.
Fischer fordert Politiker
Ehe Perrenoud und Astier jedoch loslegten, machte Visana-CEO Peter Fischer höchstpersönlich auf die rasant ansteigen-den Krankenkassenprämien aufmerksam. Der Kanton Bern stehe vor einer Finanzierungsproblematik: Die Reserven seien zu gering, um auf Prämienerhöhungen zu verzichten. «Aber natürlich kann es nicht sein, dass die Versicherten alles über ihre Prämie finanzieren müssen», sagte Fischer.
Astier gegen Perrenoud
Am Oberhofer Politikabend stellte sich schnell heraus: Sylvain Astier ist ein risikofreudiger Mann, der den Wettbewerb fördern will. «Wir müssen die Konkurrenz spielen lassen auf dem Gesundheitsmarkt», sagte er. Eine Einheitskrankenkasse lehnte Astier ab.
Perrenoud zeigte sich weniger angriffig. Für ihn steht das Lösen der vorhandenen Probleme im Vordergrund. «Die Mittelschicht wird von den ansteigenden Prämien bald sehr stark betroffen sein», glaubt er. Den Wettbewerb lehnt Perrenoud vor allem ab, wenn es um die Stärkung der Standortmedizin geht. «Der Kanton Bern muss stark bleiben.»
Wieder ein Pendlerschiff?
Um entsprechend Lokales drehte sich das Gespräch der lokalen Politiker wie Hilterfingens Gemeindepräsident Ueli Egger (SP) oder der Oberhofer Gemeinderätin Beatrice Frey (SVP). Einige Wünsche wurden im Kollektiv laut: mehr Mittel zur Erhaltung des Schlosses Oberhofen, eine bessere Verkehrsführung für Anwohner des rechten Thunerseeufers über das Nadelöhr Thun Lauitor – und die Wiedereinführung des BLS-Pendlerschiffs: Zu den Stosszeiten am Morgen, Mittag und Abend soll es in Zukunft wieder kursieren. «Das würde den Verkehr mit Sicherheit entlasten», sagte Grossrat Thomas Heuberger (Grüne). (Thuner Tagblatt)
Erstellt: 01.03.2010, 09:32 Uhr
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