«Viele Junge konsumieren bis zum Umfallen»
Von Adrian. Aktualisiert am 23.09.2008 2 Kommentare
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Jährlich sterben in der Schweiz über 8000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Das sind mehr als 20 Menschen pro Tag, die an Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder anderen Folgen sterben. 2005 verkaufte die Zigarettenindustrie 12,7 Milliarden Zigaretten.
2006 gaben rund 30 Prozent der 15-Jährigen an, mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben. Festzustellen ist ein Anstieg des Kokainkonsums, derweil sich der Konsum von Cannabis auf einem hohen Niveau stabilisiert hat.
Junge probieren oft Kokain
Kokain (siehe Kasten rechts) hat eine grosse Anziehungskraft auf Jugendliche. «Besorgnis erregend ist die Zunahme von jungen Menschen, die Kokain probieren», sagt Kurt Berger. Er ist Leiter der Regionalstelle Thun-Oberland des Contact Netz, welches Menschen berät, die gefährdet oder abhängig von illegalen psychoaktiven Substanzen sind, oder risikoreich verschiedene Substanzen konsumieren, und Bezugspersonen von Betroffenen. «Eine grosse Klientengruppe sind die 18- und 25-Jährigen. Jedoch erreichen uns immer mehr auch Schulpflichtige.»
Heroin und Kokain gemixt
In der Drogenszene ist der Mischkonsum an der Tagesordnung. Populär ist dabei die Kombination von Heroin und Kokain zu einem «Speed-Ball» oder «Cocktail». «Auch in der Beratung von Jugendlichen ist der Mischkonsum verbreitet. Jugendliche konsumieren zumeist nicht nur eine Substanz, sondern Drogen neben- oder miteinander. Eine häufige Substanzkombination ist Cannabis und Alkohol», erklärt er.
Warum nur?
Die Gründe für den Drogenkonsum sind vielschichtig, wie der Contact-Leiter erklärt: «Suchtmittel sind meist ein Symptom für andere Themen und Probleme. Bei jungen Menschen sind es oftmals Themen rund um die Ablösung vom Elternhaus, Beziehungsprobleme, Schulschwierigkeiten, bei der Ausbildung, fehlende Perspektiven und finanzielle Probleme.»
«Viele Jugendliche konsumieren bis zum Umfallen», bedauert Kurt Berger. Den Anfang aller Sucht sieht er so: «Eine Suchtentwicklung beginnt mit dem Sirupschoppen des Kleinkindes. Hier gilt es anzusetzen.»
Keine Chance auf eine Lehre Eine immer komplexer werdende Gesellschaft mit ihren Strukturen trägt wesentlich zu erhöhtem Konsumverhalten bei: «Orientierungshilfen und Leitplanken fehlen in der heutigen Zeit weit gehend», sagt Berger. «In Arbeitswelt und Schulen steigen die Anforderungen stetig, sodass Leistungsschwache nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit keine Anschlusslösung, respektive auf dem Lehrstellenmarkt keine Chance haben.»
Adrian Maurer (21) wohnt in Unterlangenegg. Er absolviert das Studium der Allgemeinen Sozialen Arbeit FH in Olten. Seine Hobbys sind Bogenschiessen, Fotografieren, Kraftraum, Sprachen lernen, Mittelalter, Schreiben und Zeichnen.
(Thuner Tagblatt)
Erstellt: 23.09.2008, 13:34 Uhr
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2 Kommentare
Interessanter Artikel! Und nun soll mit der Hanfinitiative und dem revidierten Betäubungsmittelgesetz gleich noch ein Zeichen in die falsche Richtung gesetzt werden? Ich habe mit etlichen (Ex-)Süchtigen gesprochen; keiner ist/war glücklich über seine Sucht. Dennoch wollen gewisse "Experten" viel Geld in die Legalisierung und Suchterhaltung stecken! Wer gewinnt dabei? Sicher nicht die Süchtigen! Antworten
Jedes Problem mit einer Pille lösen zu wollen ist modern. Daher ist es nicht erstaunlich, dass die Verantwortlichen nichts gegen Drogenkonsum unternehmen. Schliesslich machen die meisten Psychiater ja nichts anderes als das was ein Dealer macht. Er findet jemanden, der Probleme hat und sagt ihm dass er sich mit der Droge besser fühlt. Jetzt sollen dafür gefälligst auch alle zahlen, denken die. Antworten
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