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S-Bahn Bern II

Von . Aktualisiert am 18.08.2009

Haben Sie Fragen zur aktuellen Befindlichkeit der jungen Bevölkerung? Möchten Sie wissen, welche Sorgen die Jungen haben? Dann steigen Sie in eine S-Bahn in Bern ein – nicht zu früh am Nachmittag, eher gegen Abend oder Mitternacht – und hören Sie gut zu.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
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Jugendlicher 1: Heute auf dem Weg zum Zug bin ich schon wieder von einem Greenpeace-Mitarbeiter angesprungen worden.

Jugendlicher 2: Du siehst halt zu sozial aus.

Jugendlicher 1: Ich sage immer sofort: Hey, ich habe kein Geld. Und die sagen dann immer: Darf ich dir etwas erzählen? Und ich sage dann: Ich habe aber wirklich kein Geld. Sorry, ich habe kein Geld! No Money!

Jugendlicher 2: Du könntest ja aufhören zu rauchen, dann hättest du Geld! Oder du könntest arbeiten gehen.

Jugendlicher 1: Ich habe dann gesagt, die Welt ist zu kompliziert und jeder hat seine Bedürfnisse. Dann war der ruhig! Und hör doch selber auf zu rauchen.

Jugendlicher 2: Ich habe gestern im Zug geraucht, aus Protest gegen dieses Pro-Europa-Theater, mit diesen Verboten und alles. Die nerven mich, diese aufgeklärten Siechen. Und wenn wir nichts machen, macht niemand etwas. Wenn du heute nichts im Griff hast, hast du es morgen auch nicht im Griff! Verstehst du! Jugendlicher 1: Ja, wir müssen jetzt aufhören zu sagen, die Schweiz sei zu klein.

Jugendlicher 2: Du hast Recht. Die Schweiz ist kein Medienkuchen, der einfach zugepflastert werden darf mit Informationen, die nicht relevant sind.

Jugendlicher 1: Weiss du, was der Unterschied ist zwischen links und rechts?

Jugendlicher 2: Nein.

Jugendlicher 1: Es sind alle blöd!

Jugendlicher 2: Das ist wie bei der Natur. Wir rotten uns aus und sind dabei noch hochnäsig.

Jugendlicher 1: Wir sind festgefahren! Jugendlicher 2: Ich bin jetzt zu stark aufgeregt, ich kann nichts mehr sagen.

Jugendlicher 1: Wir sollten mal ernsthaft darüber reden, nicht immer nur, wenn wir besoffen sind.

Jugendlicher 2: Wir sollten mal anfangen zu diskutieren, wenn wir noch nicht besoffen sind. Wir können uns ja morgen treffen.

Jugendlicher 1: Ja, dann reden wir nochmal und machen dann etwas draus.

Der Berner Autor Michael Stauffer (Dichterstauffer) sucht alle zwei Wochen Kontakt zu Berner Verwaltungen und Institutionen und protokolliert seine Suche nach Antworten auf grundlegende Fragen. Seine letzte Veröffentlichung heisst: «Soforthilfe» und ist 2009 bei Urs Engeler erschienen. www.dichterstauffer.ch

(Berner Zeitung)

Erstellt: 18.08.2009, 09:04 Uhr

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