Murzelen

Wer greift nach Stämpflis Sternen?

Murzelen Jakob Stämpfli sucht einen Nachfolger für das Restaurant Sternen. Nach über 42 Jahren denkt der legendäre Sternen-Wirt langsam ans Aufhören.

Jakob Stämpfli, der legendäre Wirt im Sternen Murzelen, denkt nach über 42 Jahren ans Aufhören. Er sucht einen neuen Pächter für den bekannten Landgasthof.

Jakob Stämpfli, der legendäre Wirt im Sternen Murzelen, denkt nach über 42 Jahren ans Aufhören. Er sucht einen neuen Pächter für den bekannten Landgasthof. Bild: Andreas Blatter

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Jakob Stämpfli macht die Runde in der Gaststube und begrüsst seine Gäste. Der Wirt des Landgasthofs Sternen in Murzelen kennt seine Gäste fast alle persönlich, sie kommen regelmässig in das weitherum bekannte Lokal zwischen Bern und Aarberg. Dieses Begrüssungsritual bei den Gästen könnte bald vorbei sein. Der legendäre Wirt des Sternen in der vierten Generation sucht nämlich per Inserat einen Pächter oder einen Käufer für seinen Landgasthof.«Ich werde demnächst 68 Jahre alt», sagt er. Nach über 42 Jahren – er hat den Betrieb am 11. Mai 1974 übernommen – möchte er die Nachfolge geregelt wissen. Er würde sich freuen, wenn die Übergabe noch in diesem Jahr über die Bühne gehen würde. Sein Wunsch wäre, das Restaurant zu verpachten.

In der Familie geblieben

Der Sternen in Murzelen existiere seit 1856, als Stämpflis Urgrosseltern das Restaurant gebaut und eröffnet hätten, erzählt er. «Eigentlich sollte es eine ­Käserei geben. Aber die Milchbauern konnten sich nicht einigen.» Die Liegenschaft, immer im Familienbesitz, wurde mehrmals erweitert und umgebaut. Während vieler Jahrzehnte gab es einen grossen Saal, der im Dorf als Veranstaltungsort diente. Weil der Saal immer seltener benutzt wurde, hob Jakob Stämpfli diesen vor rund 30 Jahren wieder auf. Der Sternen verfügt heute über 180 Sitzplätze und beschäftigt rund 20 Festangestellte. Während der Wildsaison im Oktober und November ist es ein halbes Dutzend mehr. Beim Wild gilt der Sternen als Nummer eins in der Region, die Reservationen sind um 50 Prozent höher.

«Fünf Minuten ­Ärger sind für mich schlimmer, als den ganzen Tag zu arbeiten.»

Wirt Jakob Stämpfli

Unter Zeitdruck lässt sich Jakob Stämpfli bei der Nachfolgeregelung nicht setzen. «Es muss für alle stimmen.» Sein Wunsch ist es, dass es im bisherigen Stil weitergeht und auch das Personal bleiben kann. Ein Gourmetlokal werde es kaum geben. «Dafür ist der Betrieb viel zu gross», begründet Stämpfli. Ebenfalls eine Pizzeria hätte in dieser ländlichen Umgebung keine Chance. Er ist allenfalls bereit, in einer ersten Phase dem Nachfolger mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Auch bei den anstehenden Investitionen würde er Hand bieten.

Grosse Konstanz

Wie erklärt sich Jakob Stämpfli, dass er während über vier Jahrzehnte so erfolgreich war? Als wichtigstes Element nennt er die Konstanz, bei der Qualität des ­Essens und beim Personal. So ­kämen die Gäste gerne wieder. «Fünf Minuten Ärger sind für mich schlimmer, als den ganzen Tag zu arbeiten», sagt er. Ausserdem müsse der Preis stimmen. «Wir können nicht gleich viel verlangen wie in der Stadt, sonst fährt niemand die 15 Kilometer nach Murzelen.»

Man geht zum «Köbu»

Jakob Stämpfli hat noch keine konkreten Pläne, was er nach seinem Rückzug machen werde. Sicher mehr in den Süden reisen, denn er liebe die Wärme. Viele Stammgäste hoffen, dass der Sternen-Wirt noch lange keine Pläne für die Zeit des Ruhestandes schmieden kann und er ihnen weiter erhalten bleibt. Sie gehen schliesslich nicht in den Sternen Murzelen etwas essen oder trinken, sondern zum «Köbu». (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.01.2017, 18:21 Uhr

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