Von Graffenried ist noch nicht im Ziel

Christoph Hämmann, Redaktor im Ressort Stadt Bern, zur Ausgangslage vor dem zweiten Wahlgang für das Stadtpräsidium.

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Nach seinem sonntäglichen Triumphzug gilt Alec von Graffenried als Favorit für das Stadtpräsidium. Wer soll den Brückenbauer, als den er sich inszeniert, jetzt noch aufhalten? Nun: Ursula Wyss und Franziska Teuscher, die in einem gemeinsamen Wahlkampf betonten, es sei «höchste Zeit für eine Stadtpräsidentin», holten im ersten Wahlgang gemeinsam gut 45 Prozent aller Stimmen.

Demgegenüber stehen von Graffenrieds 32,5 Prozent – sowie die übrigen gut 20 Prozent. Mit diesen Stimmen, die im ersten Wahlgang hauptsächlich an Reto Nause, Alexandre Schmidt und die SVP gingen, darf grundsätzlich vor allem von Graffenried rechnen. Doch ob sich die geprügelten Bürgerlichen für eine Wahl zwischen Rot und Grün mobilisieren lassen?

Entscheidend dürfte sein, wie sich das Grüne Bündnis verhält. Erneut droht der Partei eine Zerreissprobe. Spricht sie sich für Wyss aus, wie es die im Januar einstimmig verabschiedete Resolution nahelegt, wonach eine Frau Stadtpräsidentin werden soll?

Oder setzen sich jene Kräfte durch, die das grosse Grüne im Blick haben und die versuchen, die städtischen Ab­leger der Grünen Kanton und der Grünen Schweiz zusammen­zuhalten? Wyss hofft wohl auf ein Signal für Ersteres – doch es ist auch sonst nicht anzunehmen, dass die grosse SP das Stadtpräsidium kampflos abgibt.

Von Graffenried kann dem relativ gelassen zuschauen. Im Sport hiesse es, das Momentum sei auf seiner Seite. Doch steht er auch als Erster am Start für den zweiten Wahlgang – im Ziel ist er noch nicht.

christoph.haemmann@bernerzeitung.ch (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.11.2016, 21:28 Uhr

Christoph Hämmann ist Redaktor im Ressort Stadt Bern. (Bild: Andreas Blatter)

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