Bern

Viele Polizisten, aber keine Demonstranten in der Stadt

BernDie MEI-Demonstration ist zwar aus Sicherheitsgründen offiziell abgesagt, die Kantonspolizei postiert sich aber trotzdem in der Innenstadt.

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Die MEI-Demonstration von Samstag wurde zwar von den Veranstaltern aus Sicherheitsgründen abgesagt, trotzdem wappnete sich die Kantonspolizei Bern für eine mögliche Kundgebung. Das Aufgebot an Polizisten war im Raum Schützenmatte, Bollwerk, Bahnhof und um den Bundesplatz auffallend hoch.

Beim Waisenhausplatz standen Wasserwerfer. In den Strassen hatten die Einsatzkräfte Jeeps mit Gittern aufgestellt, um die jeweilige Gasse absperren zu können. Bei den Strasseneingängen standen zudem jeweils sechs Grenadiere parat. Weiter waren viele Kastenwagen, Polizeiautos und auch zivile Fahrzeuge mit Blaulicht vor Ort.

In der Innenstadt selbst war es sehr ruhig, Demonstranten waren keine in Sicht. Einzig einige Mitglieder der PdA, JUSO Stadt Bern, Junge Grüne und AL verteilten am Morgen als Zeichen gegen den Rassismus Ballone mit der Aufschrift «Bunt statt Braun» in der Innenstadt. Indes schien es wenig Leute zu haben, die einfach durch die Stadt flanierten oder den Samstagseinkauf erledigten.

Bis nach Ladenschluss blieb es in der Innenstadt ruhig. Gegen halb sechs zogen dann auch die Einsatzkräfte ab.

Wie 2014?

Die Stadt voller Polizei, aber weit und breit keine Demonstranten – dieses Bild bot sich auch 2014, als die geplante Stopp-Kuscheljustiz-Demo nur ein angekündigtes Vorhaben blieb, aber nie stattfand.

Die Folgen damals: 1200 Berner Polizisten und 450 ihrer Kollegen aus der übrigen Schweiz standen den ganzen Tag in der Innenstadt herum. Rund eine Million Franken kostete der Einsatz.

Der Gemeinderat jedenfalls geht auch dieses Mal auf Nummer sicher und teilte am Donnerstag mit, dass jede einmal in Aussicht gestellte Bewilligung hinfällig sei. Sprich: Die Behörden haben für Samstag keine Demos erlaubt, jede Kundgebung wäre illegal.

Die Kapo hat den Auftrag gefasst, alle Demonstrationen zu verhindern. Weiterhin kursieren aber Appelle im Internet, die zum Gang nach Bern aufrufen. Die Kapo erhielt darum die Anordnung, das Aufeinandertreffen rivalisierender politischer Gruppen zu verhindern.

(ngg/jsp/tma)

Erstellt: 18.03.2017, 12:48 Uhr

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