Ärger im Bärenpark wegen ein paar Zentimetern
Von Mirjam Messerli. Aktualisiert am 17.02.2011 18 Kommentare
Was fressen Bären? Wie ziehen sie ihre Jungen auf? Woher stammen Björk und Finn? Auf zwölf Informationstafeln rund um den Berner Bärenpark erfahren die Besucherinnen und Besucher Wissenswertes über die vierbeinigen Bewohner. Ein Teil dieser Tafeln muss nun aber verschwinden. Andere müssen um einige Zentimeter verkleinert werden, damit sie stehen bleiben dürfen. «Offenbar denkmalschützerische Überlegungen» lägen dieser Entscheidung zugrunde, sagt Stefan Dellenbach, Chef der Stadtbauten (Stabe). Diese müssen als Bauherrin des Bärenparks die Informationstafeln anpassen.
Diesen «Schildbürgerstreich» will CVP-Stadtrat Henri-Charles Beuchat noch verhindern. Er reicht darum am Donnerstagabend im Stadtrat einen entsprechenden Vorstoss ein. «Es ist doch völlig absurd, dass sich die Verwaltung derart mit sich selber beschäftigt und sinnlose Übungen die Folge davon sind.»
Tafeln nachrtäglich montiert
Die zwölf Informationstafeln seien Teil des Besucherkonzepts für den Bärenpark, sagt der Stabe-Chef. Die Tafeln seien nachträglich montiert worden und waren nicht Teil des ursprünglichen Bauprojekts. «Das Bauinspektorat forderte uns auf, ein nachträgliches Baugesuch für die Tafeln einzureichen», erklärt Dellenbach. Das taten die Stadtbauten – wohl in der Annahme, es handle sich um eine Formsache. Die Tafeln standen ja bereits.
Die Stadtbauten erhielten jedoch vom Bauinspektorat den Bescheid, dass nicht alle Tafeln bewilligt werden können. Der Regierungsstatthalter als Bewilligungsbehörde für städtische Projekte musste sich der Sache annehmen. In einem Schreiben habe er Stabe darauf aufmerksam gemacht, so Regierungsstatthalter Christoph Lerch, «dass sie die Situation in Ordnung bringen müssen». Sprich: Die Tafeln müssen den geltenden Bauvorschriften angepasst werden. Und diese sehen für Info-Stelen eine Grössenbeschränkung vor. Bei den Anpassungen gehe es «nicht um Meter, sondern um Zentimeter», so Lerch.
Denkmalschutz äusserte Kritik
Das Bauinspektorat habe nur auf Druck des Stadtplanungsamts und der Denkmalpflege überhaupt ein nachträgliches Baugesuch eingefordert, deutet Beuchat an. Bei den Stadtbauten will man diesen Punkt nicht kommentieren. Es sei aber richtig, dass der Denkmalschutz sich kritisch zu den Tafeln geäussert habe, räumt Dellenbach ein. «Es ist natürlich immer ein Abwägen der Bewilligungsbehörde, wie weit der Spielraum gewährt wird.» Nicht für eine Stellungnahme erreichbar war gestern der Denkmalpfleger.
Sicher ist für Stefan Dellenbach, dass beim Bärenpark weiterhin Informationstafeln stehen müssen. «Sie werden von den Gästen gut beachtet und wurden vom Lenkungsausschuss beschlossen.» Aus Sicht der Stabe seien die Tafeln «so in Ordnung, wie wir sie aufgestellt haben». (Berner Zeitung)
Erstellt: 17.02.2011, 14:05 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
18 Kommentare
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Bitte warten





