Konolfingen

Nur der Verkehr gibt zu reden

KonolfingenDie Migros will in Konolfingen auf der Nachbarparzelle ihres heutigen Standorts eine neue Filiale bauen. Jetzt hat sie ihre Pläne der Bevölkerung präsentiert. Dabei gab nicht der Grossist zu reden, sondern der Verkehr in der Gemeinde.

Der geplante Neubau gefällt. ?Nur die Zufahrt könnte zu Verkehrsproblemen führen, befürchtet die Bevölkerung.

Der geplante Neubau gefällt. ?Nur die Zufahrt könnte zu Verkehrsproblemen führen, befürchtet die Bevölkerung. Bild: zvg

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Die Migros zieht um — rund hundert Meter näher ans Konolfinger Dorfzentrum. Was der Grossist genau vorhat, das wollten gut 300 Konolfingerinnen und Konolfinger wissen. Sie besuchten am Donnerstag einen Infoabend, den die Migros und die Gemeindevertreter organisiert hatten.

Doppelt so gross

Man sieht der bestehenden Mi­gros-Filiale an der Thunstrasse die 30 Jahre an, die sie auf dem Buckel hat: Sie ist zu klein, zu eng und punkto Energieeffizienz von gestern. Jegliche Investitionen seien sinnlos, sagten die Referenten. Deshalb stellt die Migros nun einen dreigeschossigen Neubau auf die Nachbarparzelle. Was mit dem alten Gebäude passieren soll, ist noch nicht klar.

Und auch die Kosten sind noch offen. Dafür weiss der Grossist sonst viel über den künftigen Neubau, obwohl erst 2018 gebaut wird: Doppelt so gross soll die neue Migros werden und auch doppelt so viele Arbeitsplätze bieten. Der Supermarkt im Erdgeschoss wird eine Fläche von 1600 Quadratmetern aufweisen. Es wird ein Restaurant geben, einen Kiosk, einen Denner und eine Apotheke. Im Obergeschoss sind 36 altersgerechte Wohnungen geplant. Der Haupteingang beim Inseliweg nördlich vom Gebäude soll zur Begegnungszone werden. Der Inseliweg selber wird parallel zur Migros nur noch für Fussgänger und Velofahrer offen sein.

Und der Verkehr?

Das alles gefällt den Konolfinge­rinnen und Konolfingern. Was ihnen aber noch zu denken gibt: die geplante Einfahrt südlich des Gebäudes. Künftig sollen die Quartiere hinter dem Migros-Neubau über dieselbe Einfahrt erschlossen werden. Ein Votant fand dazu: «Ohne einen Kreisel wird dort sehr bald Chaos herrschen.»

Ob die Planer über den Verkehr nachgedacht hätten, fragte er. Damit sprach er vielen aus dem Herzen. Ist doch die Verkehrssituation an der Thunstrasse schon heute alles andere als ideal: viele Fahrzeuge, wenig Platz und daher immer wieder Stau. Die Referenten blieben vage. Das alles sei ­natürlich angeschaut worden, sagten sie. Spruchreif sei aber noch nichts. Bis zur Baueingabe Mitte 2017 wisse man mehr.

Keine Visionen

Die Verkehrsfragen rund um die Migros-Parzelle liessen der Bevölkerung dann auch beim Apéro keine Ruhe. Oberirdisch sind zurzeit nur ein paar Parkplätze für die Bewohner des Obergeschosses geplant. Für die Einkäufer bliebe nur das Parkhaus. Und dieses kann wegen des Grundwassers nur eingeschossig gebaut werden. So gäbe es nur 140 Parkplätze. «Das reicht doch nicht», so der Grundtenor. Die Bevölkerung befürchtet, dass die umliegenden Quartiere deshalb künftig von Fremdparkierern «missbraucht» würden. Anton Gäumann, Leiter Einkaufscenter und Immobilien, sagte dazu nur: «140 Parkplätze sind genug.»

Einige Fragen gibt es also noch. Die haben aber nicht nur mit der Migros zu tun. Ein Konolfinger sagte es so: «Ich habe nichts gegen den Neubau, mich stört, dass es in der Gemeinde keine ­Vision gibt für den ständig wachsenden Verkehr.»

(Berner Zeitung)

Erstellt: 27.02.2016, 11:22 Uhr

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