Über neues Tierheim entscheidet das Volk im Herbst 2017

BernIn rund einem Jahr können die Berner Stimmberechtigten über den Bau eines Tierheims in der Eymatt abstimmen. Der Gemeinderat hat dem Baugesuch seinen Segen erteilt.

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Die Suche nach einem Ersatzstandort für das Tierheim in Oberbottigen begann vor über 15 Jahren. 2006 legte der Verein Berner Tierschutz ein Bauprojekt in einer Lichtung des Bremgartenwalds in der Eymatt vor. «Ich kann mir keinen idealeren Standort vorstellen», sagt Daniel Wyssmann, Fürsprecher des Berner Tierschutzes und Präsident der Baukommission. Trotzdem verzögerten seither Einsprachen sowie verschiedene Beanstandungen des Kantons das Projekt immer wieder.

Jetzt zeichnet sich ein Ende der Odyssee ab: Gestern teilte der Berner Gemeinderat mit, dass er die Überbauungsordnung Woh­lenstrasse-Eymatt und das konkrete Bau­gesuch in einem koordinierten Verfahren verabschiedet hat. Die Unterlagen liegen nun während eines Monats beim Stadtplanungsamt öffentlich auf. Voraussichtlich im nächsten Herbst soll das Volk über die Überbauungsordnung abstimmen. Ein Ja an der Urne wäre der letzte Schritt zum neuen Tierheim – sofern keine neuen Einsprachen gegen das Baugesuch eingehen.

b>Weit weg vom nächsten Haus

Das heutige Tierheim in Oberbottigen biete zu wenig Platz und genüge den Anforderungen an eine tiergerechte Haltung nicht mehr, schreibt der Gemeinderat. «Wir denken, dass das Projekt nun parat ist, vors Volk zu kommen», sagt Wyssmann. «Es ist in aufwendiger Arbeit sehr sorgfältig erarbeitet worden.» Im Lauf der Jahre liess der Verein Berner Tierschutz Lärmgutachten erstellen, optimierte die Erschliessung und änderte das Projekt so, dass Hunde nun hinter schalldichten Wänden übernachten werden. Schliesslich wurde auch die Auflage erfüllt, dass die auf der Lichtung bereits vorhandenen Erdgasröhrenspeicher weiterhin genutzt werden können. Und zu guter Letzt musste das Baugesuch noch einmal angepasst werden, damit sich Bau und Grundwasser nicht in die Quere kommen.

Nach all diesen Arbeiten hofft Wyssmann, dass allfällige Einsprachen gegen das Projekt nicht stichhaltig wären. Lärm sei bei Tierheimen immer ein Thema, sagt er. «In der Eymatt ist aber das nächste Haus mindestens einen halben Kilometer entfernt. Wo sonst wären diese Distanzen möglich?» Trotzdem waren in einer ersten Runde aus der Siedlung Aumatt auf der anderen Seite des Wohlensees – laut Wyssmann 700 Meter vom geplanten Standort entfernt – Einsprachen von Anwohnern eingegangen, die hörbares Gebell fürchteten.

Eineinhalb Jahre Bauzeit

Bei mehreren Bauprojekten von Tierheimen sei gerichtlich gestützt worden, dass diese ausserhalb der Bauzone realisiert werden dürfen, sagt Wyssmann. «Wegen der Anwohner darf ein Tierheim nicht zu nah an einer Siedlung sein, wegen der Tiere nicht zu nah an einer lärmigen Industriezone.»

Wenn nun für den Berner Tierschutz alles gut läuft, könnte ihm Ende 2017 die Baubewilligung vorliegen. Sobald dies absehbar sei, könne man Arbeiten ausschreiben und Offerten einholen, so Wyssmann. Im Lauf des Jahres 2018 würden dann die Bauarbeiten losgehen, für die der Verein rund eineinhalb Jahre veranschlagt. 2020 könnte das neue Tierheim eröffnet werden – rund 20 Jahre nach dem Beginn der Suche nach einem Ersatz für das heutige Heim. (mib/sda)

(Erstellt: 14.12.2016, 10:02 Uhr)

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