Erfolg mit schlechten Filmen

Heute läuft im Kino Club der Billig-Abenteuerfilm «Allan Quatermain 2». Es ist die 10. Vorführung der Kultmoviegang in Bern, die schlechte alte Filme wieder auf die Leinwand bringt. Mit Erfolg.

Der Trailer zu Allan Quatermain 2. Quelle: Youtube


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Filmtitel wie «Samurai Cop», «Lady Terminator» oder «Shark Attack» sagen alles. Wer tiefschürfende Handlung, grossartige Schauspieler oder bahnbrechende Spezialeffekte sucht, sollte weitersuchen. Diese Filme sind schlecht.

Doch auch schlechte Filme machen Spass, manchmal sogar noch mehr als die guten, findet Ronny Kupferschmid, Gründer der Kultmoviegang. Seit knapp zwei Jahren bringt er alten und neuen Filmschrott auf die Leinwand. Mit Erfolg.

Die heutige Vorführung des Billigabenteuerfilms «Allan Quatermain 2» im Kino Club ist das 10. Screening der Kultmoviegang in Bern. Zuletzt lockte sie mit der Trashperle «The Room» im Dezember knapp 200 Zuschauer ins Kino.

Mit Masken und Dekos

«Wir sind primär durch Mundpropaganda gewachsen», sagt Ronny Kupferschmid. Viele Zuschauer seien zu Stammgästen geworden. Je mehr Leute an eine Filmvorführung kommen, desto mehr könne er in die Werbung und das Rahmenprogramm für das nächste Screening investieren, was wiederum mehr Zuschauer und mehr Mundpropaganda generiert.

Ronny Kupferschmid zeigt Filme nach dem Motto: «So schlecht, das muss man gesehen haben». Bild: Beat Mathys

Der Grund dafür, ins Kino zu kommen, sei nicht der Film , sondern das Happening um den Film herum, erklärt Kupferschmid. Seine Frau und er basteln jeweils zum Film passende Masken, welche kostenlos an die Kinogäste abgegeben werden, und im Kinofoyer sorgen Dekorationen, spezielle Spiele, thematische Drinks für die richtige Einstimmung. Zudem gibt es auf den Film zugeschnittene Verhaltensregeln für jede Vorführung.

Bald wird der Freitag schlecht

Anders als im normalen Kino sind Zwischen­rufe, Grölen oder Buhen während des Films erwünscht. «Es ist ein tolles Erlebnis, im Kino gemeinsam einen schlechten Film abzufeiern.»

Mit einer Ausnahme wurden die schlechten Filme in Bern jeweils am Donnerstag gezeigt. Doch nach der heutigen Vorführung übernimmt die Kultmoviegang fix den Freitagabend – die Kino-Primetime sozusagen. «Das freut mich sehr, es fühlt sich fast an wie ein Ritterschlag», so Kupferschmid.

Die Beförderung auf den Freitag feiert die Kultmoviegang im April mit «Birdemic». Hier greifen lächerlich animierte mutierte Vögel aus ökologischen Gründen eine Kleinstadt an. Echt jetzt. Die Kultmoviegang bleibt schlecht.

«Allan Quatermain and the Lost City of Gold» ist eine B-Film-Version von «Indiana Jones» mit Richard Chamberlain und Sharon Stone. Der Film wird heute Donnerstag um 20.45 Uhr im Kino Club an der Laupenstrasse gezeigt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.02.2017, 23:09 Uhr

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