Murten

Drei Berner bringen Licht ins Stedtli

MurtenHeute Abend startet das Licht-Festival. Mit dabei sind drei Berner Lichtkünstler. An zwölf Abenden sorgen sie für magische Animationen an alten Mauern – Geschichten in Bild, Farbe und Ton.

Drei Berner: Marco Kappert, Valentin Pfisterer und Marc-André (von links) beim Aufbau der Beamer vor dem Berntor.

Drei Berner: Marco Kappert, Valentin Pfisterer und Marc-André (von links) beim Aufbau der Beamer vor dem Berntor. Bild: Beat Mathys

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Marc-André Gasser und Valentin Pfisterer kannten sich schon als Lehrlinge. Nun führt sie eine gemeinsame Leidenschaft nach Murten, zusammen mit Marco Kappert, der ebenfalls dem Spiel mit dem Lichtbeamer verfallen ist. Die Berner sind drei von zwanzig Künstlern, die das Murtner Licht-Festival mitgestalten. In seine Installationen am Rübenloch-Haus hat der 35-jährige Marc-André Gasser viel investiert.

Wie seine Kollegen hat auch er bereits an Partys Lichtshows inszeniert. In Bern beleuchtet er regelmässig das Haus, in dem sein Büro ist. «Wir machen jeweils ein kleines Quartierfest mit Glühwein für die Anwohner. Sie erkundigen sich bereits, wann es wieder so weit sei», sagt Gasser. So weit ist es heute Abend, allerdings in Murten: Ab 18 Uhr können die Lichtanimationen besichtigt werden (siehe Kasten).

Tiere, Geschichte, Abenteuer

Die drei Lichtkünstler beschränken sich nicht auf die Projektion von bunten Bildern. Jeder hat sein Thema, seine Spezialität: Der diplomierte Lasertechniker Valentin Pfisterer arbeitet mit Showlasertechnik, am Schlossturm Murten zeigt er selbst kreierte Bilder aus der Tierwelt vom fliegenden Adler bis zu schwimmende Walen in den tiefen des Meeres. Um mit den gebündelten Laserstrahlen niemanden zu gefährden, muss Pfisterer strenge Sicherheitsauflagen beachten. Aus diesem Grund sind Lasershows auch meldepflichtig.

Seit 2007 führt er seine eigene Firma Laserwerk, mit der er seine Erfahrungen ständig weiterentwickelt. «Es ist ein Weg, den ich mit viel Leidenschaft gehe», sagt Valentin Pfisterer.

Marc-André Gasser ist es ein Anliegen, die Zuschauer auch zum Lachen zu bringen. Deshalb arbeitet er für die Beamer-Projektionen am Rübenloch mit dem Comiczeichner Simon Häberli zusammen. Gemeinsam haben sie die weitgehend unbekannte Geschichte des Rübenlochs in eine Fantasiegeschichte verpackt, die mit passender Musik begleitet wird. In das Ganze hat Gasser rund 200 Stunden Arbeit investiert – Sponsorensuche inklusive.

Gewinn bleibt ihm wenig. Trotzdem sagt er: «Wenn ich die zufrieden lächelnden Gesichter im Publikum sehe, bin ich glücklich.» Wie Gasser spürt auch der 31-jährige Marco Kappert Glück, wenn er die Zuschauer mit einer 3-D-Animation überraschen kann. Mit Licht wird der studierte Filmer und Architekt das Berntor Block um Block aufbauen und dabei mit Bild und Ton eine Geschichte erzählen.

Budget von 300 000 Franken

Laut Stéphane Moret von Murten Tourismus steht für das Festival ein Budget von 300 000 Franken zur Verfügung. Ein Drittel davon bezahlt der Kanton aus dem Topf der neuen Regionalpolitik. Der Rest stammt von Sponsoren sowie aus Einnahmen des Bistros und des Merchandising.

So werden etwa Laternchen verkauft, von denen jeweils rund 1000 Stück auf dem See beim Hafen schwimmen werden – je nach Witterung. Die Stadt leistet einen Beitrag mit Dienstleistungen. Die Hauptarbeit erbringen Freiwillige und Angestellte von Murten Tourismus. Werbung wurde bis jetzt vor allem in den sozialen Medien wie Facebook betrieben, dazu kommen Animationen in Zügen und Bussen.

Gestern war Hauptprobe, heute ist der Start. «Wenn die Zuschauer vor Freude ihre Hände hochstrecken, vergesse ich die viele Arbeit und den Ärger über technische Probleme», sagt Marc-André Gasser. Das Stedtli wird leuchten, dank der unsichtbaren Lichtkünstler im Hintergrund. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.01.2016, 09:13 Uhr

Das Festival

20 Lichtkünstler, 80 Beamer, 1000 Seelaternen und ein Budget von 300 000 Franken – das ist das Murtner Licht-Festival in Zahlen. Es beginnt heute und dauert bis und mit 24.?Januar, jeweils von 18–22 Uhr. Die Hauptprojektion auf der Fassade des Primarschulhauses wird Adrian von Bubenberg zum Leben erwecken. Weitere 22 Projektionen können im ganzen Stedtli besucht werden. Murten erwartet bis 50?000 Besucher und will das Festival fest im Veranstaltungskalender integrieren.

Info: www.murtenlichtfestival.ch

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