Rüeggisberg

Den Effizienten gehört die Welt

RüeggisbergDer Gemeinderat Rüeggisberg führt über seine Sitzungen Statistik. Andere Politiker­gremien und auch private Unternehmen sollten dem Beispiel folgen.

Wer Sitzungen effizienter gestalten will, muss genau Buch darüber führen. So machts die Gemeinde Rüeggisberg (Symbolbild)

Wer Sitzungen effizienter gestalten will, muss genau Buch darüber führen. So machts die Gemeinde Rüeggisberg (Symbolbild) Bild: Fotolia

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Zeit ist Geld. Zu dieser elementaren Betriebswirtschafserkenntnis kommen Lernende aller Berufsgattungen oft schon an ihrem allerersten Arbeitstag. Der Schlüsselbegriff lautet Effizienz. Wer eine Aufgabe in knapper Zeit erledigt, handelt effizient. Effizienz sollte nicht nur in der Privatwirtschaft eine wichtige Rolle spielen, sondern auch in der Politik.

Der einfache Grundsatz: Effiziente Politiker können in einer beschränkten Zeitspanne mehr Probleme lösen als ihre unproduktiven Pendants (Randbemerkung: Sie können gemäss Umkehrschluss leider auch mehr Fehler machen). So oder so verursachen sie weniger Kosten; vor allem wenn sie in Form von Sitzungsgeldern und Spesen bezahlt ­werden.

Ausgerechnet bei Sitzungen hat man in Politik und Privatwirtschaft aber einen blinden Fleck, was die Effizienz betrifft. Viel zu viele Meetings verlaufen langwierig und ergebnisarm. Nicht so in der Gemeinde Rüeggisberg. Dort hat man die Zeichen der Zeit erkannt. Seit Jahren wird über die Effizienz des Gemeinderats genau Buch geführt. Unmittelbar nach der letzten Sitzung des Jahres wird Bilanz gezogen. Hier die aktuellen Zahlen für das Jahr 2016: 18 Sitzungen, 309 Traktanden, 50 Stunden und 10 Minuten Sitzungsdauer, 297 Protokollseiten (Format: A4, Schrift: Arial 11).

Aus diesen Zahlen ziehen die Rüeggisberger interessante Erkenntnisse. So lag 2016 die durchschnittliche Behandlungsdauer eines Traktandums bei 9 Minuten und 45 Sekunden. Das ist über eine Minute weniger als noch im Vorjahr. Der Betriebswirtschaftlehrer aus der Berufsschule würde von einem klassischen Fall von «Effizienzsteigerung» sprechen.

Wer hinter der akribischen Buchführung einen genialen Businessplan vermutet, wird aber enttäuscht. Es handle sich um reine Zahlenspielerei, sagt Rüeggisbergs Gemeindeschreiber Peter Zurbrügg. Er habe vor Jahren «interessenhalber» damit angefangen. Ein Auftrag bestand nicht, aber: «Man hat schon Dümmeres gemacht.»

Das kann sehr wahrscheinlich jeder unterschreiben, der schon Zeit an uneffektiven und mühsamen ­Sitzungen «verplämpert» hat. Das Rüeggisberger Beispiel kann jedenfalls zu Erkenntnissen führen: Wer Sitzungen effizienter gestalten will, muss genau Buch darüber führen. Nur so erfahren die Sitzteilnehmer, wie viel Zeit mit Leerlauf verloren geht.

PS: Man kann auch selbst prüfen, wie effektiv man arbeitet. Letztlich hat auch dieser Text eine Effizienzstatistik. Hier die Zahlen: 1 Idee, 2 E-Mails, 3 Schreibstunden, 4 Tassen Kaffee, 11 Jahre Berufserfahrungen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.01.2017, 09:57 Uhr

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