Zwei Prozent der Achtklässler trinken Alkohol
Aktualisiert am 06.10.2009 2 Kommentare
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Per März 2008 hat der Gemeinderat die Suchtstrategie der Stadt neu ausgerichtet, sie berücksichtigt nun auch legale Drogen wie Alkohol und Nikotin. Im Jahresbericht Sucht 2008/2009 hat sich diese Neuausrichtung nun erstmals niedergeschlagen.
Einen Fokus legt das letzte Woche erschienene Papier auf das Suchtverhalten von Jugendlichen. So konsumieren zwei Prozent der Achtklässler regelmässig Cannabis oder Alkohol. Fünf Prozent rauchen regelmässig Zigaretten. «Problematisch viel» Alkohol trinken die Jugendlichen laut Bericht auf der Grossen Schanze, beim Bahnhof und an Sportanlässen. Als Folge nehme die Gewalt- und Deliktbereitschaft zu.
Meldung an Eltern
Um gegen dieses Problem zumindest teilweise vorzugehen, kann die Polizei seit Ende 2008 auch bei übermässig trinkenden Jugendlichen eine Gefährdungsmeldung beim Jugendamt machen. Dieses informiert dann die Eltern. Bislang wurden Gefährdungsmeldungen nur beim Konsum von Cannabis und anderen illegalen Drogen gemacht.
Wichtig sei die Durchsetzung der Jugendschutzbestimmungen, heisst es im von der Sozialdirektion verfassten Bericht. Bei der Kontrolle von 600 Betrieben und Kontrollkäufen mit 129 Jugendlichen habe die Gewerbepolizei «erfreulich» wenige Verstösse festgestellt.
Neue Ansätze brauche es bei Sportgrossanlässen, wo übermässiger Alkoholkonsum ebenso wie der Hooliganismus zu den Begleiterscheinungen gehörten. Die Durchsetzung des Jugendschutzes sei in den Stadien eine grosse Herausforderung, dies wegen des grossen Andrangs und der Aggressivität der Kundschaft. Ausserdem betreten laut dem Bericht viele Jugendliche das Stadion bereits alkoholisiert und liessen sich ihren Alkohol durch Ältere kaufen. Wie in diesem Bereich die erwähnten «Lösungsansätze» aussehen, darauf geht der Bericht nicht ein.
Szene beim Blutturm
Im Bereich der Erwachsenen stellt der Bericht fest, dass die Drogen- und Alkoholszene im öffentlichen Raum etwa gleich gross geblieben sei und 30 bis 50 Personen umfasse. Verbessert habe sich die Situation im Bahnhof und vor der Heiliggeistkirche, wo sich seit der Eröffnung des Alkistüblis auf der Perronplatte keinen Szenen mehr bildeten. Auch vor der Reitschule sei die Drogenszene im Herbst 2008 «nachhaltig» aufgelöst worden.
Problematischer sieht der Bericht die Situation bei der Blutturmtreppe und beim Aarebord. Trotz gezielter Kontrollen hielten sich dort regelmässig Drogensüchtige auf. Da das Gebiet aber wenig frequentiert werde, gebe es kaum Reklamationen. Anders im Gebiet rund um die Münsterplattform, wo es vermehrt Beschwerden gebe. Die Polizei habe ihre Interventionen in diesem Gebiet deshalb erhöht, ebenso auf der Grossen Schanze, einem weiteren Hotspot. Doch insbesondere nachts könne der Konsum harter Drogen im öffentlichen Raum mit «verhältnismässigem Ressourceneinsatz» nicht völlig verhindert werden.
Der Handel mit harten Drogen ist laut Bericht weiterhin in der Hand von Schwarzafrikanern (Kokain) und Personen aus Exjugoslawien (Heroin).
(azu /bz)
Erstellt: 06.10.2009, 09:21 Uhr
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2 Kommentare
Der Suchtbericht der Stadt Bern zeigt die Hilflosigkeit des rot grünen Gemeinderats in aller Klarheit auf. Warum zum Beispiel Drogendealer auf allen Strassen und Plätzen ungestraft Handel betreiben können ist doch nicht normal und dass die Drogen- und Alkoholszene etwa gleich gross geblieben sei ist auch kein Erfolg. Was unternimmt der Gemeinderat überhaubt zum Schutz unserer Jugendlichen. Antworten
Eine Möglichkeit wäre auch statt gefälschte Schülerausweise zu akzeptieren, dass nur offizielle Identitätskarten zur Belegung des Alters akzeptiert werden. Aber da sind wir wohl noch weit davon entfernt, dies in der Praxis flächendeckend einzuführen. Da können wir nur hoffen, dass die fehlbaren Betriebe konsequent bestraft werden, wenn an Jugendliche Alkohol ausgeschenkt wird. Antworten
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