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Zum Geburtstag 40 Bäume unter Schutz gestellt

Von Esther Diener-Morscher. Aktualisiert am 08.05.2012

Mit 200 oder 300 Jahren gehört ein Baum noch lange nicht in die Sägerei, findet der WWF Bern. Er stellt zu seinem 40.Geburtstag 40 Baumsenioren unter Schutz – und setzt sich damit selbst ein Denkmal.

Silvia Zingg posiert vor einer 200 Jahre alten Buche in Brünnen. Es ist der erste Baum, den der WWF unter Schutz stellen konnte. (Bild: Beat Mathys)

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Genau vor 40 Jahren gründete in Bern eine Gruppe von Umweltschützern die zweite Sektion des schweizerischen WWF. Für die Gründung der Umweltschutzorganisation trafen sie sich in der Eishalle auf der Allmend. Die 200 Jahre alte Buche im Winterhäli in Brünnen war schon bei der Gründung dieser WWF-Sektion ein alter Baum. Seinen Geburtstag feiert der Berner WWF nicht nur mit seinen Mitgliedern, sondern auch mit der 200-jährigen Buche im Winterhäli – und mit 39 weiteren Bäumen, die schon mehrere Jahrhunderte überlebt haben. Die Sektion will im Lauf des Jahres insgesamt 40 alte Bäume unter Schutz stellen.

Die Baumsenioren sollen nicht nur so lange stehen bleiben, bis sie so alt oder schwach sind, dass sie doch gefällt werden, sondern «für immer und ewig», wie die Biologin und WWF-Vorstandsfrau Silvia Zingg, hofft. Das heisst: Egal, ob der Baum keine Blätter mehr hat und das Holz morsch ist, er bleibt, bis er verrottet ist.

«Je älter der Baum, desto vielfältiger der Lebensraum»

Nur wenige alte Bäume dürfen eines solchen natürlichen Todes sterben: Irgendwann kommen die meisten trotzdem weg. Häufig müssen sie neuen Bäumen weichen, ihr Holz für ein Möbelstück hergeben, oder ihr Besitzer will nicht, dass sie kippen und etwas kaputt machen.

Silvia Zingg sieht alte Bäume aus einer anderen Perspektive: «An einer alten Eiche kann es bis zu 300 verschiedene Arten von Lebewesen haben, darunter viele Insekten und Vögel», erklärt sie. Und: «Je älter ein Baum ist, umso vielfältiger ist der Lebensraum, den er bietet.» Dort, wo morsche Äste abgebrochen sind, nisten Vögel, im toten Holz klopfen Spechte nach Insekten. Unter vermoderten Rindenteilen legen Käfer ihre Larven. Gleich daneben lassen sich auch Wildbienen nieder.

Welche 39 Bäume der Berner WWF neben der Brünnen-Buche noch erhalten wird, dürfen die Mitglieder entscheiden: Sie können in den nächsten Wochen und Monaten alte Bäume melden, denen sie auf einem Spaziergang, einer Wanderung oder dem Arbeitsweg begegnet sind und die sie erhalten haben möchten.

Ein Denkmal, das Jahrzehnte überdauern soll

Der WWF verhandelt dann mit dem Besitzer. Alte Bäume sind nicht nur für Käfer und Spechte wertvoll: «Manche Eigentümer möchten eine Entschädigung, wenn sie das Holz nicht mehr nutzen können», erklärt Silvia Zingg. In diesem Fall sucht der WWF einen Götti, der die Entschädigung übernimmt. Sie rechnet aber auch damit, dass einige Besitzer die Idee unterstützen und einen alten Baum gratis unter Schutz stellen. Mit 40 alten Bäumen setzt sich der Berner WWF ein Denkmal, das die nächsten Jahrzehnte überdauert. Für den Berner WWF war in den 40 Jahren seines Bestehens aber nicht nur der Schutz von Bäumen und der darauf lebenden Arten ein Hauptthema. Auch die Energieproduktion ist seit den Anfängen der Berner WWF-Sektion ein Dauerbrenner – «und wird es wohl auch bleiben», wie Geschäftsführer Jörg Rüetschi vermutet.

WWF Bern: Zwischen Atomkraft und Staumauern

In Bern ist das Thema Energie eine Herausforderung, die sonst keine andere der 23 Sektionen in der Schweiz zu meistern hat: Mit einem Atomkraftwerk im Mittelland und Staumauern in den Bergen muss sich der WWF sonst in keinem anderen Kanton gleichzeitig auseinandersetzen.

Umso mehr freut sich Jörg Rüetschi, dass im Kanton Bern just zum 40.Geburtstag des WWF «eines der fortschrittlichsten Energiegesetze» in Kraft getreten sei. Dafür habe sich der WWF Bern jahrelang starkgemacht, blickt der Geschäftsführer zufrieden auf die Arbeit der WWF-Sektion zurück. Diese ist mit über 30 000 Mitgliedern nach Zürich die zweitgrösste Sektion der Schweiz. (Berner Zeitung)

Erstellt: 08.05.2012, 06:07 Uhr

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