Züge sind ab Schüpfen überfüllt
Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember hält die S-Bahn von Biel um 6.56 Uhr nicht mehr am Bahnhof Schüpfen. Für viele Schüpfener Pendler mehr als ärgerlich. Denn sie müssen am Morgen in späteren Zügen nach Bern fahren und darin stehen. Die Schüpfener Gemeinderätin und BDP-Grossrätin Marianne Schenk: «Dass die wichtige Verbindung am Morgen zu Stosszeiten ersatzlos gestrichen wurde, frustriert die Zugfahrer. Nicht wenige Pendler steigen deshalb auf das Auto um.» Der ausgefallene Zug falle auch stark ins Gewicht, weil Schüpfens Bevölkerung in den letzten Jahren stark gewachsen sei.
Regierung überprüft
In der Fragestunde im Grossen Rat wollte Marianne Schenk wissen, ob die gestrichene Verbindung auf den nächsten Fahrplanwechsel hin wiedereingeführt werde, sodass am Morgen die Linie Biel–Bern entlastet wäre. Regierungsrätin Barbara Egger bestätigte, dass es ein Problem gibt: «Nach der ersten Auswertung durch die BLS erkannte der Regierungsrat, dass damit zu den Hauptverkehrszeiten andere Züge überlastet sind.» Der Regierungsrat erachte es als notwendig, die Situation zu überprüfen.
Zum Fahrplanwechsel im Dezember hatte die BLS die Linie 31 eingeführt, die zwischen Münchenbuchsee und Belp verkehrt. Zu den Stosszeiten am Morgen und am Abend fahren zur Entlastung einzelne Züge bis nach Biel mit Halt in Lyss – allerdings ohne Halt in Schüpfen. Allenfalls sollen laut Barbara Egger Züge der S-Bahn-Linie 31 zur Entlastung der Linie S3 neu auch in Schüpfen halten. Laut der Baudirektorin sind entsprechende Schritte zur Entlastung bei der BLS eingeleitet. Eine rasche Anpassung werde vom Regierungsrat unterstützt. Bei der BLS bestätigt Mediensprecher Hugo Wyler, dass die BLS derzeit in Absprache mit dem Kanton die Situation auf dem Ast Biel–Bern überprüfe.
Lösung mit Doppelstöckern?
Wenn wie geplant in zwei Jahren die modernen Doppelstockzüge von Stadler Rail auf der Linie Biel–Bern verkehren, könnte sich das Platzproblem in den Regionalzügen zwischen Biel und Bern von alleine lösen. Sie werden 30 Prozent mehr Sitzplätze und gleichzeitig mehr Stehplätze bieten. Gleichzeitig wird aber die Fahrgastzahl zunehmen: auf dieser Strecke bis ins Jahr 2030 um geschätzte 77 Prozent. «Zwei Jahre bis zur offiziellen Einführung der Doppelstöcker sind zu lang», sagt Marianne Schenk. «Deshalb wünsche ich mir, dass vorher etwas passiert. Ansonsten müsste ich im Grossen Rat mit einer Motion nachstossen.» (Bieler Tagblatt)
Erstellt: 11.02.2012, 09:32 Uhr
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