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YB-Mitarbeiter musste nach Spiel mit Platzwunde ins Spital

Von Tobias Habegger. Aktualisiert am 10.03.2011 2 Kommentare

Bei den Ausschreitungen zwischen YB-Fans und der Zürcher Polizei wurde am Samstag ein YB-Mitarbeiter durch Reizgas und einen Schotterstein verletzt.

Video: Telebärn

Neben mehreren Fans und fünf Polizisten wurde am Samstag auch ein YB-Mitarbeiter zum Opfer der Ausschreitungen zwischen YB-Anhängern und der Zürcher Polizei. YB-Sprecher Albert Staudenmann bestätigt Recherchen der Berner Zeitung: «Ein Fanverantwortlicher wurde durch den Einsatz von Reizgas aus kurzer Distanz am Auge leicht verletzt und anschliessend bei den Ausschreitungen von einem Stein am Kopf getroffen. Er zog sich eine Platzwunde zu und musste sich in Spitalpflege be-geben.»

Der Verletzte ist Mitglied der Fankommission der Swiss-Football-League. Er trug eine weisse Weste, die ihn als Offiziellen erkennbar machte. Jeder Super-League-Klub ist verpflichtet, die Fans an Auswärtsspielen durch solche Fanverantwortlichen zu begleiten.

Unnötige Eskalation

Nach der Auswärtspartie gegen GC war es am Samstag beim Bahnhof Zürich-Altstetten zu wüsten Szenen zwischen Berner Anhängern und der Zürcher Polizei gekommen. In einer Medienmitteilung kritisierten tags darauf die Berner Fanorganisationen «gäubschwarzsüchtig» und «Ostkurve Bern» das Vorgehen der Zürcher Ordnungshüter. Ihr Vorwurf ist happig: «Die Aktion war eine klare Intervention einer Sondereinheit, die in Kampfbereitschaft eine Gruppe friedlicher Fans sprengte.»

Überraschenderweise stellten sich die YB-Verantwortlichen am Dienstag auf die Seite der Fans. In einer Mitteilung verurteilte YB zwar die Gewalttätigkeiten einiger Fans. Doch die Schuld für den Beginn der Ausschreitungen gaben auch sie der Zürcher Polizei.

Es gehe YB nicht darum, Schuldzuweisungen zu machen, sagt YB-Sprecher Albert Staudenmann. «Wir haben mit zahlreichen Direktbeteiligten gesprochen, vor allem auch mit dem Sicherheitspersonal und den Fanbetreuern, die uns glaubhaft geschildert haben, dass die Eskalation mit besserer Kommunikation vermutlich hätte verhindert werden können.» Aus solchen Vorfällen wie am Samstag müsse man die Lehren ziehen, damit sie sich nicht wiederholten.

«Ziemlich abrupte Polizei»

Ungewöhnlich: Bei den Ausschreitungen waren keine gegnerischen Fans beteiligt. Laut YB-Sprecher Albert Staudenmann war die Stimmung friedlich. Dann erlitt eine Frau einen Schwächeanfall und lag am Boden. «Um sie herum waren mehrere mit gut erkennbaren Westen ausgerüstete Fanbetreuer, gekennzeichnetes Sicherheitspersonal sowie Fans, um Hilfe zu leisten.» Auch Polizisten wollten der Frau helfen. Gemäss Staudenmann wurden die Fanbetreuer und einige Fans durch angerückte Polizeibeamte «ziemlich abrupt» zur Seite geschoben. «Es wurde eine Situation herbeigeführt, die dann die Eskalation zur Folge hatte.»

Marco Cortesi, Pressesprecher der Stadtpolizei Zürich, hält an seiner Sicht der Dinge fest: «Der Einsatz lief verhältnismässig ab.» In Zürich gebe es keinen rechtsfreien Raum. «Wenn eine Person am Boden liegt und Hilfe braucht, dann helfen wir immer.» Die Gewaltspirale habe aufseiten der Fans ihren Anfang genommen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.03.2011, 08:18 Uhr

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2 Kommentare

Peter Müller

10.03.2011, 08:42 Uhr
Melden 1 Empfehlung

«Wenn eine Person am Boden liegt und Hilfe braucht, dann helfen wir immer.» da ist ja nichts einzuwenden... aber man hilft nicht mit tränengas und gummischrott. Antworten


André Beck

10.03.2011, 10:04 Uhr
Melden

Ich war Augenzeuge des Angriffs der YB-Fans auf die Polizei. Es war offensichtlich, dass die sich der bewusstlosen Frau nähernden Polizisten keine Intervention beabsichtigten, sondern 1. Hilfe leisten wollten. Kurz bevor sie die Frau erreichten, wurden sie bereits ausgebuht und Sekunde später von den Fans massiv tätlich angegriffen. Kompliment, dass die Polizei nicht zurückgewichen ist. Antworten



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