Wenn Tanzende die Stadt lahmlegen
Von Claudia Salzmann. Aktualisiert am 17.04.2011
Reclaim the Streets
Der Begriff heisst zu deutsch «Holt euch die Straße zurück» und bezeichnet eine Aktionsform mit dem übergeordneten Ziel des gemeinschaftlichen Aneignens des öffentlichen Raums. Sie wurde bezeichnet als Widerstandsbewegung gegen die Globalisierung und auch als eine Oppositionsform gegen das Auto als das häufigste Transportmittel, das Stadtplanung und Nutzung des öffentlichen Raums bestimmt. Es werden dabei oft Karneval-artige Feste veranstaltet.
Die so genannte «Tanzguerilla» ist ein Aspekt der Aktion «Reclaim the Streets». Eine Gruppe von Menschen trifft sich und tanzt an öffentlichen Orten, wo dies normalerweise keiner tut. Beispielsweise im Bus, Supermarkt oder auf Strassen und Plätzen. Entweder tanzt man zu seiner eigenen Musik vom Mp3-Player oder gemeinsam zur Musik eines mitgebrachten Ghettoblasters.
Quelle: Wikipedia
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Der unbewilligte Umzug «Tanz dich frei» war gegen 21 Uhr bei der Reitschule gestartet und marschierte via Waisenhausplatz in die Länggasse und zurück auf das Reitschule-Areal. Daran beteiligt seien rund 400 Personen gewesen, die einem Traktor mit Lautsprechern folgten, wie die Polizei auf Anfrage erläutert.
Die Kantonspolizei sei präsent gewesen, doch zu Zwischenfällen sei es nicht gekommen. Der Verkehr wurde teilweise umgeleitet und die Polizei stellte Strassensperren auf.
Gegen Konsum
Das Motto des Umzuges war, dass der öffentliche Raum allen gehöre und allen gleichermassen zur Verfügung stehen solle. Hinter der Aktion steht das Bündnis gegen Rechts. Zur Teilnahme wurde auf «Indymedia» aufgerufen, die sich als «unabhängiges Mediennetzwerk von Aktivisten ohne kommerzielle Interessen» bezeichnet. Die Organisation moniert, dass der Konsumsektor im öffentlichen Raum ausgebaut werde und dadurch bestimmte Bevölkerungsgruppen diskriminiert würden.
Reglemente, abmontierte Sitzgelegenheiten, kostenpflichtige Toiletten seien nur einige Beispiele, dass das Leben auf den Strassen immer mehr eingeschränkt würde, heisst es auf ihrer Homepage.
Dieser Umzug sollte zeigen, dass es möglich sei, frei auf der Strasse zu feiern. Musikalisch wurden der tanzende Mob von Mani Porno, Baracuda und DJs begleitet. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.04.2011, 14:21 Uhr
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