Wenn Polizisten in der Ausgeh-Meile auftauchen, bleibt es friedlich
Von Jürg Spori. Aktualisiert am 09.05.2011 6 Kommentare
In der Stadtberner Innenstadt kommt es in der Regel jedes Wochenende zu Schlägereien und Raubüberfällen. Deshalb führte die Kantonspolizei Bern dort in der Nacht von Freitag auf Samstag eine gezielte präventive Aktion durch.
Von 20.30 bis morgens um 6 Uhr waren ständig Fusspatrouillen unterwegs. Ein Teil der Polizisten und Polizistinnen trugen rote «Police»-Westen. «Wir markieren bewusst gut sichtbare Präsenz, das wirkt sich präventiv aus», argumentierte Einsatzleiter Christoph Schärmeli auf der Bundesterrasse.
Dort erwischte die Patrouille einen jungen Mann, der eine Flasche ins Marzili hinuntergeworfen hatte. Zwei Polizisten brachten den Flaschenwerfer auf den Posten. «Er wird wegen Littering gebüsst, mögliche weitere Delikte sind in Absprache mit dem Pikettstaatsanwalt, Sachbeschädigung und Gefährdung», sagte Christoph Schärmeli. Auf vielen Tischen und Bänken der Bundesterrasse lagen Flaschen. Im Storchengässli fand die Patrouille einen Rucksack mit Kleidern. In einer Hose suchte einer der Polizisten nach einen Ausweis, um den Besitzer zu finden.
Dienstschluss um 6 Uhr In der Aarbergergasse, gegenüber der Migros-Bank, traf die Polizistenpatrouille auf eine Frau, welche auf der Laubentreppe lag. Einsatzleiter Christoph Schärmeli forderte die Sanitätspolizei an, welche die Frau ins Spital brachte. Auf dem Kornhausplatz konnten die Polizisten einen Mann anhalten, welcher vor dem Restaurant Spaghetti Factory eine meterhohe Menütafel umgeworfen hatte. Er wurde von der Restaurantleitung angezeigt. Kurz darauf wurde vor dem «Leopard» ein Autofahrer angehalten, der nur mit verbotenem blauen Standlicht in die Zeughausgasse einbog.
Am Samstagmorgen um 6 Uhr war für die Patrouillen Dienstschluss. Einsatzleiter Schärmeli zog Bilanz: «Es handelte sich um einen ausgesprochen ruhigen Abend, was auch auf die grosse Präsenz der Polizei zurückzuführen ist, welche Auswirkungen auf die ganze Stadt hatte.» Und: «Wegen unserer grossen Präsenz wurde kein Raub und keine Körperverletzung gemeldet», ist Schärmeli überzeugt. Es sei aber wegen der begrenzten Ressourcen nicht möglich, jeden Tag so stark präsent zu sein.
Während der Aktion wurden 20 Bussen wegen unanständigen Benehmens, Litterings und Nachtruhestörung ausgestellt. Dazu kamen zwei Anzeigen wegen Sachbeschädigungen. Zudem wurden Anzeigen wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Strassenverkehrsgesetz gemacht sowie zwei Personen wegen Flaschenwürfen angehalten. Eine Person wurde in Polizeihaft genommen. (Berner Zeitung)
Erstellt: 09.05.2011, 10:39 Uhr
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6 Kommentare
Polizeipräsenz ist DAS Mittel gegen Gewalt. Völlig unverständlich, weshalb der rot-grüne Gemeinderat sich immer noch dagegen sträubt und nicht mehr Polizei dafür einsetzen will. Und dass man die Polizisten die Präsenzstunden vor den Stadien "absitzen" lässt und dafür der ordentlichen Präsenz abzieht - entgegen ursprünglichen Zusicherungen! Wann kommt die Frage der Verantwortung des Gemeinderats? Antworten
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