Wasserfallen sagt der Stadtberner FDP ab
Von Tobias Habegger. Aktualisiert am 29.11.2011 2 Kommentare
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Es hagelt Absagen für die FDP-Strategen. Keiner der Topkandidaten will im Herbst 2012 den frei werdenden Gemeinderatssitz von Finanzdirektorin Barbara Hayoz (FDP) verteidigen. Nach und nach ziehen sie sich alle zurück. Zuerst Grossrat Philippe Müller. Dann die städtische Parteipräsidentin Dolores Dana. Und nun der Hoffnungsträger Christian Wasserfallen, der letzte FDP-Schütze beim Elfmeterpunkt. Er war der Einzige, dem man noch zugetraut hatte, den Ball im Wahlkrimi 2012 für den Freisinn zu versenken.
«Habe noch genügend Zeit»
Doch Christian Wasserfallen sagt: «Ich kann der Partei nicht überall helfen. Ich trete nicht für den Gemeinderat an.» Er fühle sich zwar geehrt, dass die Parteistrategen derart viel Hoffnungen in ihn setzen würden. Doch für ihn seien diese Ansprüche auch eine Herausforderung. «Die Partei wollte mich als Gemeinderat», sagt er und setzt die Aufzählung fort: «Zusätzlich sollte ich mich fürs nationale und kantonale Parteipräsidium zur Verfügung stellen.» Er könne nicht für jedes Amt kandidieren, ohne dass seine Aufgabe im nationalen Parlament darunter leiden würde. «Ich bin 30 Jahre alt und habe noch genügend Zeit vor mir, um Gemeinderat zu werden», sagt er.
Er will kein Doppelmandat
Bei den Nationalratswahlen in diesem Herbst hat Christian Wasserfallen in der Stadt Bern 8800 Stimmen erhalten – für einen bürgerlichen Politiker ist das in der rot-grün dominierten Stadt ein Glanzresultat. Zwei Zahlen zum Vergleich: Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) erreichte in derselben Wahl 9343 und Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) 2600 Stimmen.
Diese Zahlen sind es, die Christian Wasserfallen zum Hoffnungsträger für die FDP gemacht haben. Doch trotz guten Wahlchancen verzichtet er nun auf die Teilnahme an den Berner Gemeinderatswahlen.
«Das Volk hat mich im Herbst mit einem guten Resultat ins nationale Parlament gewählt. Diesen Auftrag erfülle ich mit ganzer Kraft.» Er trete bestimmt nicht ein Jahr nach seiner Wiederwahl aus dem Nationalrat zurück, betont Christian Wasserfallen. Ein Doppelmandat, also gleichzeitig Gemeinderat und Nationalrat zu sein, schliesst er kategorisch aus. «Eines der beiden Ämter würde mit Sicherheit darunter leiden. Wenn ich etwas mache, dann richtig.»
«Jetzt müssen andere ran»
FDP-Präsidentin Dolores Dana «bedauert, aber versteht» Christian Wasserfallens Entscheid. «Er kann auch später noch Gemeinderat werden.» Welche Kandidatinnen und Kandidaten bleiben der FDP? «So schlecht, wie überall gesagt wird, sieht es für uns gar nicht aus», sagt Dolores Dana. «Wir haben noch fähige Kandidaten», sagt sie. Doch Namen nennt sie keine.
«Jetzt muss jemand aus dem Stadtrat den Lead bei der FDP übernehmen», fordert Christian Wasserfallen. Dabei denke er unter anderen an den Fraktionspräsidenten Bernhard Eicher. «Ein weiterer Kandidat wäre Stadtrat Alexandre Schmidt», sagt Christian Wasserfallen. Alexandre Schmidt habe als persönlicher Mitarbeiter von Bundesrat Hans-Rudolf Merz gearbeitet. «Er weiss, was man als Exekutivpolitiker machen müsste.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 29.11.2011, 06:17 Uhr
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2 Kommentare
Pravo Christian Wasserfallen,Sie haben erfasst, was unser Stapi wohl kaum erfassen wird.Ein Nationalratmandat, gleichzeitig ein Gemeinderats - oder Stadpräsidentenmandat der Stadt Bern ist zuviel des Guten.Beides sind Vollzeitanstellungen könnte man meinen.Die Meinung herrscht vor,dass dies das Team schafft.Das Wort Team bedeutet =Toll ein anderer machts.Der Lohn und die Ehre gehört jedoch mir. Antworten
Gratulation Herr Wsserfallen - im Gegensatz zu Stadtpräsident Tschäpät nimmt er sein Mandat ernst und schätzt es richtig ein, dass ein solches Doppelmandat nie den Anforderungen gerecht werden kann - Tschäpät ist halt ein Uebermensch und bringt alles unter einen Hut. Als Gemeinderat würde sich doch Rudolf Stämpfli gut eignen,
der würde sicher mit der Rot-Grünen-Mehrheit den Gemeinderat aufwerten!
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