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Wasser statt Öl fürs Heizen
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Wasser ist nicht nur zum Trinken, Duschen, Kochen oder Autowaschen da, sondern liefert auch Wärme, um die Wohnung zu heizen. Die Gemeindebetriebe Köniz wollen dieses Potenzial künftig besser nutzen. Wie Urs Wilk (FDP),Gemeinderat und Vorsteher der Direktion Gemeindebetriebe gestern vor den Medien erklärte, bietet sich für ein solches Projekt die Margelquelle an.
Wärme für 100 Häuser
Die Quelle leitet pro Minute zirka 710 Liter Wasser in das Reservoir Blinzern oberhalb des Könizer Ortszentrums. Eine Analyse geht davon aus, dass mittels eines Wärmetauschers eine Heizleistung von rund 600 Kilowatt gewonnen werden könnte. Damit liesse sich der Energiebedarf für Heiz- und Brauchwasser von zirka 100 Einfamilienhäusern zum grössten Teil decken. Gemäss Wilk wurden im Gebiet Blinzern erste Gespräche mit potenziellen Liegenschaftsbesitzern geführt. Es zeichnet sich ab, dass hier in einigen Jahren eine Siedlung mit 14 Häusern mit der Wärme aus dem Könizer Trinkwasser versorgt werden könnten. Die Häuser gehören der selben Besitzerin und sind an eine zentrale Ölheizung angeschlossen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Liegenschaftsbesitzerin die in die Jahre gekommene Ölheizung ersetzt.
«Eine schriftliche Absichtserklärung liegt noch keine vor, denn wir stehen erst am Anfang der Planung», erklärt Wilk. Deshalb könnten auch noch keine Angaben über Projektkosten und über allfällige Kostenteiler gemacht werden.
Auch in Zürich
Die Margelquelle ist die einzige Quelle der Gemeinde Köniz, aus der neben Trinkwasser auch Wärme gewonnen werden kann. Die anderen Quellen führen laut Wilk zu wenig Wasser und liegen nicht in der Nähe von Häusern.
Die Idee, aus Quellwasser Wärme zu gewinnen, ist nicht neu. Vergleichbare Projekte wie in Köniz sind in der Schweiz jedoch rar. In Zürich-Wollishofen wird seit zehn Jahren eine Siedlung mit gut 200 Wohnungen, Ateliers und Läden mit Wärme aus Quellwasser versorgt. Das Projekt wurde gemeinsam von der Wohngenossenschaft als Kundin sowie von der Wasserversorgung der Stadt Zürich als Wärmelieferantin realisiert.
Keine Wärme aus Abwasser
Von Zürich zurück nach Köniz. Die Gemeinde liess auch prüfen, ob dem Abwasser Wärme entzogen werden könnte. Die Analyse kam jedoch zum Schluss, dass bei den in Frage kommenden Standorten keine Liegenschaften mit Wärme versorgt werden müssen. Deshalb ist für ein solches Projekt gemäss Wilk das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht gegeben. (Berner Zeitung)
Erstellt: 22.09.2009, 17:24 Uhr
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