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Was es braucht, damit in Bern keine offene Drogenszene entsteht

Von Tanja Kammermann. Aktualisiert am 01.07.2010 7 Kommentare

Wer in diesen Tagen über den Vorplatz der Reitschule geht, sieht weder Drogensüchtige noch herumliegende Spritzen. Die Polizei und andere Organisationen sind jedoch täglich daran, die Bildung einer neuen offenen Szene zu verhindern.

Der Vorplatz der Reitschule, wie man ihn kennt: Kein Schmuckstück, aber frei von Junkies und Dealern.

Der Vorplatz der Reitschule, wie man ihn kennt: Kein Schmuckstück, aber frei von Junkies und Dealern.
Bild: Beat Mathys

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Dass sich auch dieses Jahr unter der Eisenbahnbrücke keine sichtbare Szene der Drogensüchtigen gebildet hat, ist kein Zufall sondern harte Arbeit. Die Polizei greift seit letztem Jahr rigoros bei den Drogensüchtigen durch. «Wir müssen dauernd am Ball bleiben, sonst bildet sich die offene Szene gleich wieder», sagte Heinz Pfeuti von der Kantonspolizei gegenüber bernerzeitung.ch.

Hie und da sehe man kleine Ansammlungen von Drogenkonsumenten, unter anderem im Gebiet Bollwerk, diese Gruppen seien jedoch klein und bilden sich nur für kurze Zeit.

Zusammen mit der Securitas, der Stadt Bern, dem Bundesamt für Gesundheit und der Organisation Pinto wurde ein Bündel von Massnahmen ergriffen, um die Drogensüchtigen von der Reitschule fern zu halten. Neben repressiven Massnahmen wurden unter anderem die Öffnungszeiten der Drogenabgabestelle verlängert und bei Pinto wurde das Personal aufgestockt und die Arbeitszeiten ausgedehnt.

Pinto arbeitet in Doppelschichten

«Die Situation der Drogensüchtigen in Bern hat sich für alle unglaublich verbessert», sagt Silvio Flückiger, Leiter der Organisation Pinto. Um dieses Ziel zu erreichen hat das Angebot des Jugendamtes kürzlich 80 Prozent aufgestockt und die Mitarbeiter sind nun vielfach bis morgens um drei Uhr und am Wochenende mit Doppelschichten unterwegs, erklärt Flückiger.

Da seine Leute rein kommunikativ arbeiten, sei die Situation früher auf dem Vorplatz mit hunderten von Süchtigen sehr schwierig gewesen. «Jede kleine Szene wird heute mit der gleichen Intensität behandelt, wie eine grosse», sagt Flückiger. Wenn eine Gruppe Süchtiger sich niederlassen wolle, stehen die Mitarbeiter von Pinto schon mal stundenlang zu sechst da und schicken die Junkies weg.

Anwohner lernen Umgang mit Junkies

Wo die Junkies jetzt ihren Stoff konsumieren, weiss nicht einmal die Polizei: «Wir vermuten, dass vermehrt in Privatwohnungen konsumiert wird», so Pfeuti. In anderen Jahren verlagerte sich die Szene einfach in die Quartiere, zum Leidwesen der jeweiligen Anwohner. Dieses Jahr gab es bei der Polizei aber kaum Reklamationen von dieser Seite.

Pinto beispielsweise schult Anwohner, damit diese lernen, richtig mit Junkies umzugehen. «Wenn man Süchtigen jeden Tag sagt, dass man hier wohnt und dass das, was sie tun, stört, haben sie nicht mehr die nötige Ruhe und gehen», erklärt Flückiger. So geschehen im Gebiet um das Bierhübeli. Auch mit baulichen Massnahmen lasse sich viel erreichen, sagt Flückiger. So werden dunkle Ecken gut ausgeleuchtet und Licht mit blauen Folien versehen. Die Massnahmen bei Pinto seien kostenneutral, da die Ressourcen der Organisation verlagert wurden. Auch die Einsätze der Polizei hätten keine grossen Kosten nach sich gezogen, erklärt Flückiger weiter und zieht eine positive Bilanz des Massnahmenpakets. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.07.2010, 16:47 Uhr

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7 Kommentare

Mario Imhof

02.07.2010, 09:02 Uhr
Melden

Schöne, grossartige, unglaubliche Worte von der Organisation Pinto. Rund um den Bahnhof und den Ausgängen sieht die Welt aber anders aus. Überall Randständige, Drogenabhängige mit ihren Dealern, einfach ein wunderbares Bild für alle Besucher und Einwohner von Bern. Antworten


Martin Meier

01.07.2010, 17:01 Uhr
Melden

Jetzt wird wieder alles heruntergespielt.Wohnte lange in Bern,da hatten wir keine solchen Probleme.Aber die linke Regierung ist an allem massgeblich schuldig.Diese Reithalle ist sicher nicht slbstragend, und kostet uns Steuerzahler viel Geld. Antworten



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