Vorläufig kein weiteres Linux-Telefon

Schlechte Nachrichten für Freiheitsliebende: Openmoko stellt die Entwicklung des Smartphones GTA03 vorläufig ein und entlässt Mitarbeiter. Nur so könne das kleine Unternehmen längerfristig überleben, sagt der Geschäftsführer.

Sean Moss-Pulz referiert an der Openexpo in Bern.

Sean Moss-Pulz referiert an der Openexpo in Bern. (Bild: Matthias Born)

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Openmoko setzt die Entwicklungsarbeiten am Nachfolger des aktuellen Smartphones Freerunner vorerst aus. Zudem trennt sich das taiwanesische Unternehmen von knapp der Hälfte der Mitarbeiter. Dies sagte Openmoko-Geschäftsführer Sean Moss-Pultz heute an der Opensource-Messe Openexpo in Bern. Einem Teil der Mitarbeiter sei gekündigt worden; ein Teil sei auf eigenen Wunsch gegangen. «Wir sind an einem kritischen Punkt angelangt», so Moss-Pultz. «Die Massnahmen sind zwingend nötig, um überhaupt im Geschäft bleiben zu können.»

Das Ziel von Openmoko war ambitioniert: Das Ausgründung des taiwanesischen Komponentenzulieferers First International Computer (FIC) wollte ein Opensource-Smartphone produzieren. Der Programmcode sollte dabei frei verfügbar sein, wie auch die Treiber und die Spezifikationen zu den Komponenten. Damit können Programmierer das Handy nach Belieben umprogrammieren. Bislang hat das Unternehmen zwei Geräte gebaut; das erste in einer Auflage von 3000 Exemplaren, das zweite wurde bislang rund 10'000 Mal verkauft. Beide richteten sich vorab an Entwickler. Das Projekt hatte seit Beginn mit Problemen zu kämpfen: Die Geräte wurden mit grösserer Verspätung lanciert. Einige Serien hatten Konstruktionsmängel. Zudem kam es im Team zu Wechseln, welche die Entwicklung verzögerten. Bis Mitte Jahr hätte die Software stabil genug sein sollen, so dass das Telefon im alltäglichen Gebrauch hätte eingesetzt werden können.

Plan B

Openmoko konzentriert sich nun auf den «Plan B», wie Sean Moss-Pultz sagte. «Aus geschäftlichen Gründen haben wir uns vorerst für das zweite Gerät entschieden, das wir in der Pipeline haben.» Details dazu könne er noch nicht verraten. Es handle sich aber nicht um ein Telekommunikationsgerät. Im Gegensatz zu den Smartphones ziele die Firma bereits mit der ersten Version auf den Massenmarkt. Auch bei diesem neuen Produkt werde mit Opensource-Software gearbeitet, versicherte er.

Die Entwicklung der Software für die Openmoko-Smartphones gehe weiter, so Moss-Pultz, allerdings mit weit weniger Ressourcen. Er setzt deshalb grosse Hoffnungen in die Community. «Kaufen Sie den Freerunner, helfen Sie Fehler zu korrigieren und schreiben Sie neue Programme», appelierte er während seines Referats an der Openexpo ans Publikum. Er hoffe, diese später auch auf einem neuen Gerät einsetzen zu können. «Wir wollen auch in Zukunft Handys produzieren.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 06.04.2009, 14:39 Uhr

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