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Vor allem Leitungen im Keller und im Estrich sind gefährdet

Von Perrine Bischof. Aktualisiert am 10.02.2012

Seit Ende Januar muss die Feuerwehr in der Region Bern täglich wegen Wasserleitungsbrüchen ausrücken. Der Experte erklärt, was zu dieser Epidemie geführt hat.

Da werden nicht nur die Füsse nass: Die Feuerwehr muss zurzeit täglich wegen Rohrbrüchen ausrücken.

Da werden nicht nur die Füsse nass: Die Feuerwehr muss zurzeit täglich wegen Rohrbrüchen ausrücken.
Bild: Keystone

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Russische Temperaturen in der Schweiz

Russische Temperaturen in der Schweiz
Ein Kältehoch aus Russland beschert der Schweiz diese Woche eisige Temperaturen.

Dichteanomalie

Wasserleitungen platzen, weil Wasser eine merkwürdige
Eigenschaft hat, die Dichteanomalie. Alle Stoffe ziehen sich bei sinkenden Temperaturen zusammen und ihre Dichte
nimmt zu. Beim Wasser ist das auch so, aber nur bis zu einer
Temperatur von 4 Grad Celsius, dann passiert etwas Merkwürdiges, das nur beim Wasser vorkommt.

Wird es kälter als 4 Grad, dehnt es sich wieder aus und die
Dichte nimmt ab.Wenn es gefroren ist, ist die Dichte am geringsten und das Volumen am grössten. Ein Kubikmeter Wasser ist bei 4 Grad am schwersten, nämlich 999,97 Kilogramm. Ein Kubikmeter Eis wiegt 918 Kilogramm.

Wasser, das sich beim Gefrieren ausdehnt, entwickelt
grosse Kräfte. Vor der Erfindung des Sprengstoffes wurde mit
Wasser gesprengt, in dem zum Beispiel Bohrlöcher im Winter
mit Wasser gefüllt wurden. Die Dichteanomalie ist auch dafür
verantwortlich, dass Eis auf dem Wasser schwimmt. Bei einer Abkühlung eines Gewässers unter 4 Grad, sinkt das kälteste Wasser nicht auf Grund, sondern bleibt an der Oberfläche. Gefriert es, bildet es eine isolierende Decke.

Deshalb gefrieren grössere Gewässer nie bis zum Grund.Um eine Person zu tragen,muss die Eisdicke 5 Zentimeter betragen, für ein Auto brauchts 18 cm. sru

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Die Rohrleitungsbrüche in der Region Bern lassen sich definitiv nicht mehr an einer Hand abzählen. Die eisigen Temperaturen der letzten Tage haben das Wasser in den Leitungen gefrieren lassen und die gefrorenen Leitungen zum Sprengen gebracht.

Grossen Schaden angerichtet haben Rohrbrüche beispielsweise beim Flughafen Bern-Belp, im Berner Ryfflihof , in der Berner Altstadt , in einem SBB-Gebäude und in der Nacht auf Freitag im Alpinen Museum. Insgesamt musste die Berufsfeuerwehr seit dem Kälteeinbruch vor gut zwei Wochen 27 Mal wegen Leitungsbrüchen ausrücken. Dazu kommen weitere Rohrbrüche, die von den «kleinen» Feuerwehren bewältigt werden mussten.

«Leitungen sind nicht veraltet»

Dass die Rohrbrüche im Vergleich zu den Vorjahren das Ausmass einer Epidemie angenommen haben, hängt mit dem Temperaturen zusammen. «In den letzten Jahren war der Winter viel wärmer. Deshalb brachen auch weniger Wasserleitungen», erklärt Walter Zysset von der Berufsfeuerwehr Bern.

«Die betroffenen Leitungen sind aber nicht unbedingt veraltet oder von schlechter Qualität», stellt Zysset klar. «Sie sind meistens einfach an einem falschen Ort installiert.» Gefährdet seien vor allem Leitungen die in einem Kaltbereich wie im Estrich oder im Keller installiert wurden.

Um einen Wasserbruch zu verhindern rät Zysset, die Leitungen, die nach draussen führen, wie zum Beispiel Gartenleitungen abzustellen und zu entleeren. Man könne die Leitung auch isolieren oder mit einer Begleitheizung (ein Kabel, das im Wasserrohr befestigt ist und heizt) ausstatten. «Sprinkleranlagen kann man beispielsweise mit Frostschutzmittel besprühen oder mit Luft füllen.»

Mit Eisschmelze kommt der Leitungsbruch

Walter Zysset weiss, dass die Einsätze nicht weniger werden, wenn die Temperaturen wieder steigen. «Viele Leitungen sind jetzt schon kaputt, aber man sieht es noch nicht. Denn innen drin ist noch alles zugefroren.» Sobald das Eis schmilzt, komme dann erst der Leitungsbruch.

Wenn man einen Wasserbruch hat, muss man die Leitung so schnell wie möglich ausser Betrieb nehmen. Danach sollte man das Loch suchen und mit einer PVC-Folie abdecken. «Auf jeden Fall sollte man aber die Feuerwehr alarmieren», so der Experte. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.02.2012, 13:02 Uhr

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