Von Choreos, Fanzügen und der YB-Familie
Aktualisiert am 25.10.2012 19 Kommentare
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«Hooligans an die kurze Leine», «Randalierende Fussballfans verwüsten Züge» – nur mit solchen und ähnlichen Schlagzeilen berichten Medien über die Fussball-Fanszene. Das meinen zumindest die YB-Dachverbände «Ostkurve Bern» und «Gäubschwarzsüchtig». Deshalb initiierten sie einen Film, um die positiven Seiten der Fankultur zu beleuchten.
Beispielsweise gehe laut den Filmemachern der Aspekt der aufwendigen Choreographien gerne verloren. Lüthi von «Ostkurve Bern» erklärt: «Wir treffen uns abends, wenn wir alle achteinhalb Stunden gearbeitet haben, und schaffen die halbe Nacht lang an der Choreo für ein gemeinsames Ziel.» Ihr Ziel sei, die Mannschaft zu unterstützen. Clemens Friedli arbeitet beim Dachverband «Gäubschwarzsüchtig» und spricht von einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung.
Dieser Aufwand bleibt auch bei YB nicht ungeachtet. YB-Torhüter Marco Wölfli erklärt im Film: «Wenn man auf den Platz läuft, das ist etwas Geniales mit den Choreos.» Die Wichtigkeit der Fans betont auch Heinz Minder, der ehemalige Materialwart: «Es ist unglaublich, wie sie die Mannschaft unterstützen. Daheim, aber auch auswärts. Die Mannschaft geniesst dies und mag ihre Fans.»
Preisgekrönte Fanzüge
Ein grösserer Teil des Film wird den Fanzügen mit Abfallkonzept, Fanarbeiter und Auswärtsfahrtenregelung gewidmet. Dafür wurden die Dachverbände von der SBB 2010 mit dem Prix Railfair ausgezeichnet. «Berichten Medien über Extrazüge, so ist die Rede von Hooligans und Vandalismus», erklären die Filmemacher.
Aussagen der Mitfahrenden vermitteln ein anderes Bild. Der SBB-Kondukteur Markus Leiser kommt ins Schwärmen: «Die Leute sind überrascht, wenn ich sage, dass ich im YB-Extrazug arbeite. Sie haben das Gefühl, das sei etwas gefährliches. Ich kann sie dann immer belehren, dass dies nicht so ist, sondern eine lustige Sache. Wir sind eine Familie, eine Fangemeinde. Das macht viel Spass und Freude.» (cls)
Erstellt: 25.10.2012, 15:07 Uhr
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19 Kommentare
Es ist wichtig, dass in einer Zeit in welcher auf dem Buckel der Fans mit hirnrissigen Agenden und Repressionsmaschinen Politik gemacht wird sich die Fans zu Wort melden. Der Film zeigt anschaulich auf wie die Realität aussieht. Fankurven sind heute die grössten Jugendhäuser der Stadt. Extrazüge sind kein Hort von Kriminalität und Terrorismus, sondern eine gelebte, kreative Jugendkultur. Antworten

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