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Viel Zustimmung zu Viererfeld - Opposition von Nachbarn und Grünen

BernDer Berner Gemeinderat sieht sich mit seinen Plänen für ein neues Stadtquartier im Viererfeld auf gutem Weg. In der Mitwirkung sei die Planung mehrheitlich positiv aufgenommen worden.

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Die Planung Viererfeld/Mittelfeld werde nun geringfügig angepasst. Im Mai soll sie aufgelegt werden. Die Volksabstimmung ist für Ende November vorgesehen. Die Stadt Bern plant auf dem Gebiet nordöstlich der Länggasse eine Siedlung für 3000 Menschen und Räumlichkeiten für mehrere hundert Arbeitsplätze. Der westliche Teil des Viererfelds soll grün bleiben.

Neun Parteien, 32 Organisationen und über 40 Privatpersonen beteiligten sich an der Mitwirkung. Die grosse Mehrheit begrüsse ein moderates Bevölkerungswachstum und unterstütze das neue Stadtquartier, stellt der Gemeinderat fest.

Opposition aus der Länggasse

Grundsätzlicher Widerstand kommt von der Grünen Partei-Demokratische Alternative, dem Länggass-Leist, der IG Äusseren Enge, dem Familiengartenverband Brückfeld-Äussere Enge und der wachstumskritischen Organisation Décroissance. Auch die Mehrheit der mitwirkenden Privatpersonen lehnten die Überbauung ab.

Der Gemeinderat hält den Kritikern entgegen, dass es keine anderen Areale gebe, die kurz- oder mittelfristig überbaut oder verdichtet werden könnten. Die Umnutzung des Industriegebiets Ausserholligen sei zwar eingeleitet worden, doch «das dauert auf Grund der Besitzverhältnisse sehr lange».

Erfolgreiche Testplanung

Dass sich eine Mehrheit hinter die Planung stellt, ist aus Sicht des Gemeinderats eine Folge der breit abgestützten Vorarbeiten. Mit Hilfe der Testplanung und zwei «Runden Tischen» sei es offenbar gelungen, viele Anliegen zu integrieren.

Vorbehalte gibt es unter anderem zu den Wohnhochhäusern auf dem Mittelfeld. Der städtebauliche Wettbewerb werde hier Klarheit schaffen, verspricht der Gemeinderat.

Für das Viererfeld wird zur Belebung des Quartiers mehr Spielraum für gewerbliche Nutzungen gefordert. Linksgrüne Kreise fordern zudem einen höheren Anteil an gemeinnützigem und preisgünstigem Wohnungsbau. Der Gemeinderat hält diesbezüglich für das Viererfeld aber an einem Drittel der anrechenbaren Grundstücksfläche fest.

Parkplätze und Busverkehr

Ebenfalls umstritten ist die Parkplatzbemessung. Auch hier hält der Gemeinderat an den Werten von etwa 0,3 Parkplätzen pro Wohnung für das Mittelfeld und 0,5 Parkplätzen für das Viererfeld fest. Die Werte seien angesichts der tiefen Autoanteile in der Stadt Bern realistisch und erlaubten kostengünstige bauliche Lösungen.

Auf dem Viererfeld solle nicht eine Wohnüberbauung, sondern ein neues Stadtquartier mit entsprechender Nutzungsvielfalt entstehen, betont der Gemeinderat. Zufahrtsmöglichkeiten mit dem Auto seien eine zwingende Voraussetzung dazu.

Bereits wurde auch die Forderung laut, zwischen Innerer und Äusserer Enge brauche es eine zusätzliche Bushaltestelle. Das Anliegen werde von der Regionalkonferenz geprüft, hält der Gemeinderat fest. Die Regionalkonferenz werde sich auch mit allfälligen neuen Busverbindungen innerhalb des Stadtteils Länggasse-Felsenau befassen.

Die Stadtberner Stimmberechtigten werden Ende Jahr bereits zum zweiten Mal über eine Überbauung des Viererfelds entscheiden. 2004 lehnten sie eine Vorlage für die Überbauung des Gebiets relativ knapp ab.

Verein gegründet

Auch vor der kommenden Abstimmung dürften die Wogen hoch gehen. Am Mittwochabend haben Gegner der Überbauung den Verein «Viererfeld Nature 2.0» gegründet. Der Name drückt aus, dass der Verein multimedial und web-basiert operieren will. Er ruft aber auch in Erinnerung, dass die Überbauungsgegner schon einmal obsiegten. (tan/sda)

Erstellt: 13.02.2014, 09:38 Uhr

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