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«Vermögende Kunden wie Industrielle oder Prominente»

Interview: Stefan Eiselin. Aktualisiert am 03.09.2010 1 Kommentar

Der Kanton Bern hat grosse Mühe, Käufer für seine zum Verkauf stehenden Schlösser zu finden. Könnte man sie nicht an wohlhabende Ausländer verkaufen? Eine Immobilenexpertin beurteilt die Chancen.

1/7 Käufer gesucht: Schloss Aarwangen.
Bild: bz

   

Monika Schmidt leitet das Büro Bern/Thun der internationalen Immobilienagentur Engel & Völkers.

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Frau Schmidt, glauben Sie, dass man die Berner Schlösser an einen Interessenten in Deutschland oder sonst im Ausland verkaufen könnte?
Monika Schmidt: Grundsätzlich verzeichnen wir nach wie vor eine rege Nachfrage aus dem Ausland nach Immobilien in der Schweiz. Darunter sind immer wieder auch Interessenten, welche sich für spezielle Objekte interessieren. Dabei stehen die Lage der Objekte, die gute Anbindung an einen internationalen Flughafen oder das Autobahnnetz sowie der Wunsch nach Privatsphäre im Vordergrund. Villen am See, Chalets in den Bergen und exklusive Stadtwohnungen sind dabei besonders begehrt.

Welche Klienten könnten sich dafür interessieren?
Die Objekte sind oft mit hohen Anfangsinvestionen und aufgrund der alten Bausubstanz mit massiven Kosten für den Unterhalt verbunden. Als Käufer kommen deshalb primär vermögende Kunden wie Industrielle oder Prominente in Frage. Die Vorgaben betreffend Denkmalpflege und Nutzungsmöglichkeiten schränken die Attraktivität für diese Zielgruppe jedoch ein, da diese sich oft eine rein private Nutzung wünscht und den Anforderungen des Staates damit zu wenig gerecht wird. Ebenfalls ist die Lage der Objekte von grosser Bedeutung, wobei zentrale Lagen in kleineren Städten eher nicht dem Gesuchten entsprechen. Aussichtslagen oder Lagen mit Seeanstoss stehen ganz oben auf der Wunschliste.

Was könnten Hinderungsgründe für einen Verkauf sein?
Für Kunden aus dem europäischen Ausland hat sich der Kauf eines Objekts in der Schweiz mit dem Zerfall des Euros deutlich verteuert. So kostet ein Objekt für 10 Millionen Franken heute bei einem Kurs von 1.35 rund 7,4 Millionen Euro, während es bei einem Kurs von 1.50 noch für 6,7 Millionen zu kaufen gewesen wäre. Ebenso sind die erwähnten Auflagen für die Nutzung für viele Käufer abschreckend. Langwierige Bewilligungsverfahren für Umbauten und Auflagen für Denkmalschutz stellen die Liebhaber solcher Objekte oft auf eine harte Probe.

Wie würden Sie konkret an einen solchen Verkauf herangehen?
Für den Verkauf der Liegenschaften würden wir uns in erster Linie an Investorengruppen, Stiftungen und Kulturfreunde in der Schweiz und im europäischen Ausland wenden. Da diese nicht primär an einer privaten Nutzung interessiert sind und die hohen Investitionen für Umbau, Renovierungsarbeiten und Auflagen des Staates für Nutzung und Erhalt nicht fürchten, ist das die Wahrscheinlichkeit einen Käufer zu finden grösser. Je nach Grösse der Wohn-Nutzfläche und Lage könnten die Schlösser als Altersresidenzen, im Stockwerkeigentum oder für gemeinnützige Einrichtungen genutzt werden. Für die Liegenschaften der ehemaligen Amtshäuser könnte man sich eine Nutzung im gewerblichen Bereich vorstellen. Notare, Rechtsanwälte, Beratungsgesellschaften und Ärzte nutzen gerne den Prestigegewinn einer Niederlassung in einem denkmalgeschützten historischen Gebäude. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.09.2010, 11:15 Uhr

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1 Kommentar

Adrian Dellenbach

05.09.2010, 11:31 Uhr
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Die Aussage im Bildbereich, nach der nur das Schloss Schwarzenburg bis jetzt verkauft werden konnte, stimmt nicht. Anfang Juli 2010 gab der Regierungsrat den Verkauf des Amthaus Wimmis bekannt. Neuer Eigentümer ist die Burgergemeinde Wimmis. Der Verkauf ist an Auflagen gebunden. Das Amthaus nur für öffentliche Zwecke benutzt werden kann. Verkaufspreis 500`000 Fr. Antworten



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