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Umstrittene Polizeiaktion wird nicht untersucht

Von Tobias Habegger. Aktualisiert am 05.01.2012 2 Kommentare

Im Herbst gerieten Polizisten und Reitschule-Gäste im Innenhof der Berner Reitschule aneinander. Nach der Veröffentlichung von Videoaufnahmen forderte die Berner Stadtregierung eine unabhängige Untersuchung des umstrittenen Vorfalls. Doch die kantonale Polizeidirektion lehnt diese Untersuchung ab.

Rund um die Berner Reitschule kommt es immer wieder zu Zwischenfällen zwischen Besuchern und der Polizei.

Rund um die Berner Reitschule kommt es immer wieder zu Zwischenfällen zwischen Besuchern und der Polizei.
Bild: Stefan Anderegg

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Es war ein ruhiger Donnerstagabend im vergangenen September, als Zivilfahnder der Kantonspolizei Bern auf dem Vorplatz der Reitschule einen Mann kontrollierten. Dieser flüchtete in die Reitschule, und die Gesetzeshüter folgten ihm. Für den Fortgang der Geschichte gibt es zwei Versionen: Die eine stammt von der Medienmitteilung, welche die Polizei am 23.September 2011 verschickte. Demnach wurden die Einsatzkräfte in der Reitschule festgehalten, angespuckt und geschubst, von 30 bis 40 Personen massiv bedrängt und schliesslich mit Fusstritten und Fäusten in die Flucht geschlagen.

Ganz anders verlief der Abend aus Sicht der Reitschule-Betreiber: In dieser Version ging die Aggression von den Zivilfahndern aus. Ein Mann wurde von den Polizisten zu Boden gedrückt und gewürgt. Eine Frau wurde geohrfeigt und weitere Personen an den Haaren gerissen, zu Boden geworfen, an die Wand geschubst oder mit Pfefferspray bedroht. Ein Reitschule-Gast nahm Teile des Einsatzes mit dem Handy auf. Die Filmsequenzen wurden an einer Medienkonferenz in der Reitschule veröffentlicht.

«Wir wollten Fakten»

Gemäss Recherchen dieser Zeitung verlangte der Berner Gemeinderat am 19.Oktober 2011 in einen geheim gehaltenen Brief an die Kantonsregierung eine Untersuchung der umstrittenen Vorfälle durch eine unabhängige Instanz. «Es gab damals zwei unterschiedliche Versionen, und wir wollten wissen, wie die Fakten lauten», sagt der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) auf Anfrage.

Doch der Regierungsrat steigt nicht auf diese Forderung ein. Eine unabhängige Untersuchung sei «nicht das geeignete Mittel zur Zielerreichung», steht im Antwortbrief vom 21.Dezember 2011. Der Polizeieinsatz vom 22.September 2011 sei Gegenstand eines hängigen Strafverfahrens gegen die damals verhaftete Person. Weiter steht im Brief: «Der Kantonspolizei muss es möglich sein, innerhalb der Reitschule ihrer Arbeit unbehelligt nachzugehen. Sollten Betroffene dabei den Eindruck erhalten, sie würden dadurch ihrerseits in strafrechtlich relevanter Weise betroffen, steht ihnen der Rechtsweg offen.» Der kantonale Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (FDP) will sich auf Anfrage nicht zu diesem Thema äussern.

Aussprache hat stattgefunden

«Wir haben uns mit dem Regierungsrat ausgesprochen, und die Angelegenheit ist politisch kein Thema mehr», sagt Reto Nause. Auf die Frage, ob er mittlerweile die Fakten kenne, antwortet er: «Meiner Meinung nach verlief dieser Polizeieinsatz verhältnismässig ab.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 05.01.2012, 09:31 Uhr

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2 Kommentare

Soraya Moana

05.01.2012, 09:32 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Die Schlange beisst sich nicht in den eigenen Schwanz um sich nicht selber zu vergiften. So ist das! Antworten


martin meier

05.01.2012, 19:05 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Wehe wenn die SVP dabei gewesen wäre!! Aber diese Arbeitsscheuen Randalierer und Polizei Angreifer werden immer wieder in Schutz genommen und gehen Straffrei aus. Antworten



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