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US-Botschaft zeigt Berner Kindern, wie man gesund isst

Von Urs Wüthrich. Aktualisiert am 10.09.2010

Michelle Obamas Gesundheitsprogramm «Let’s Move» wurde gestern auch in Bern durchgeführt: In der US-Botschaft zeigte Küchenchef David Lindsay Sechstklässlern aus dem Marzili, wie man gesund kocht und isst.

Viel Grünzeug statt Hamburger: David Lindsay, Küchenchef der US-Botschaft, kochte gestern für Sechstklässler ein gesundes Essen.

Viel Grünzeug statt Hamburger: David Lindsay, Küchenchef der US-Botschaft, kochte gestern für Sechstklässler ein gesundes Essen.
Bild: Beat Mathys

Gestern Mittag wurden 20 Schülerinnen und Schüler des Marzili-Schulhauses von US-Botschafter Don Beyer und dessen Frau Megan in ihrer Residenz empfangen. Erwartet wurden die Sechstklässler und -klässlerinnen auch von David Lindsay, dem Chefkoch der Botschaft. Um gesundes Kochen ging es, und um gesundes Essen.

Was um alles in der Welt haben die USA mit gesunder Ernährung zu tun? Chefkoch Lindsay fragte die Kinder, woran sie beim Stichwort US-Food denken. «Hamburger!», «Cheeseburger!», «Coca-Cola!», kam es wie aus der Pistole geschossen. Lindsay lachte und erklärte: «Es gibt in den USA aber noch viel mehr.» Und er reichte den Kids als anschauliches Beispiel einen grossen Teller mit zahlreichen Tomatensorten. «Jede hat einen ganz anderen Geschmack, versucht sie mal.» – «Ist das Gelbe da auch eine Tomate?», fragte eine Schülerin. Ja, es war eine, eine besonders süsse.

Michelle Obamas Projekt

Das gesunde Kochen und Essen in der US-Botschaft hatten die Botschaftergattin Megan Beyer und die Berner Hausärztin Riccarda Bianchi gemeinsam initiiert. «In den USA ist jedes dritte Kind übergewichtig», sagte Megan Beyer, «und ich war immer der Meinung, dass Schweizer Kinder dieses Problem nicht kennen, sie sehen alle so fit aus.» Die Ärztin Riccarda Bianchi habe sie dann eines Besseren belehrt. Und weil die First Lady, Michelle Obama, in den USA das Programm «Let’s Move» gestartet hat – eine Kampagne für Fitness und gesundes Essen –, habe sie gedacht, auch in der US-Botschaft etwas zu unternehmen und Berner Kindern gesunde Ernährung näherzubringen.

Dinkelpasta statt Burger

«Ihr werdet viel Spass haben», versprach Botschafter Don Beyer den Kindern. Er sollte recht behalten. Küchenchef Lindsay führte die interessierte Schar durch den hauseigenen Garten, zeigte ihnen Gemüse und Kräuter – Fenchel, Thymian, Rosmarin, Estragon, die sie abschnitten und in die Küche trugen. Vorbereitet wurden unter anderem ein Salat, Dinkelpasta sowie Muffins zum Dessert. Weit und breit nichts von einem Hamburger. Kein Ketchup. Kein Cola.

Im distinguierten Speisesaal der Residenz, unter Kronleuchtern und vor goldberänderten Tellern nahmen die Schülerinnen und Schüler an fünf weiss gedeckten Tischen Platz. Bevor serviert wurde, führte die Ärztin Bianchi ein Quiz über gesunde Ernährung durch. Die Kinder wussten Bescheid. Es war ein prophylaktischer Anlass. Übergewichtige waren gestern in der US-Botschaft nicht auszumachen.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 10.09.2010, 09:15 Uhr

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