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Türsteher geraten wegen Rassismus ins Visier

Von Hannah Einhaus. Aktualisiert am 07.12.2009 8 Kommentare

Türsteher von Bars wiesen Personen wegen falscher Hautfarbe oder falschen Ausweises ab. Nun hat die Stadt reagiert. Eine Bilanz.

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Es gehört zu ihrem Job: Türsteher von Bars können Gäste abweisen oder hinausspedieren. Regelmässig gab es aber in der Stadt Bern Reklamationen, dies geschehe auch mal präventiv auf Grund von Pass oder Hautfarbe des Gastes – ein klarer Fall von Diskriminierung. Die Barbetreiber wiesen diese Vorwürfe jeweils zurück. Die Kritik an den Türstehern hat auch die Gewerbepolizei wiederholt beschäftigt, und ein SP-Postulat vom Februar 2008 forderte die Stadtregierung auf, klare Regeln aufzustellen, mehr Kontrollen durchzuführen und allenfalls den Barbetreibern die Betriebsbewilligung zu entziehen. Der Gemeinderat hat vor einem halben Jahr erste Massnahmen eingeleitet. Mit der kürzlich publizierten Antwort auf das Postulat zieht er eine erste Bilanz.

Prävention und Repression

Im Mai dieses Jahres hat die Stadtberner Gewerbepolizei gemeinsam mit der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) und der Gemeinschaft gegen Gewalt und Rassismus (gggfon) ein Merkblatt zuhanden der Wirte und Barbetreiber erarbeitet. Was zulässig ist, richtet sich an die einzelne Person: «Zulässig ist die Verweigerung des Einlasses von bestimmten Individuen, die in der Vergangenheit Schwierigkeiten verursacht haben.» Jegliche Einlassverweigerung wegen Hautfarbe, Staatszugehörigkeit, regionaler Herkunft oder Religion hingegen verstösst gegen das Rassendiskriminierungsverbot – einem Offizialdelikt. Die Behörden gehen zweigleisig vor. Die Gewerbepolizei sensibilisiert Wirte und Barbetreiber präventiv und verbreitet ein entsprechendes Merkblatt. Als repressiver Arm nimmt die Kantonspolizei Anzeigen entgegen und leitet gegebenenfalls ein Strafverfahren ein, da es sich um ein Offizialdelikt handelt.

Positive Zwischenbilanz

Nicht nur bei den Barbetreibern, sondern auch bei der Gewerbepolizei intern wurde sensibilisiert. Nach Angaben von Marc Heeb, Leiter der Stadtberner Gewerbepolizei, kommt es inzwischen zu strengeren Kontrollen. Laut Giorgio Andreoli, Projektleiter von gggfon, ist es bisher erst zu einer Hand voll Anzeigen und noch zu keinem Strafverfahren gekommen. Das liege vor allem daran, dass meist Aussage gegen Aussage stehe, erklärt ein Sprecher der Kantonspolizei. Einem Betrieb das Wirtepatent zu entziehen liegt in der Kompetenz des Regierungsstatthalteramts.

Bern ist die erste Schweizer Stadt, die solche Massnahmen einführt und umsetzt. «Die Sensibilisierungskampagne greift, da sind wir schweizweit Pioniere», sagt Andreoli nicht ohne Stolz. Aus der Bevölkerung habe man positive Rückmeldungen erhalten und von den Barbetreibern zumindest keine negativen.

Bald runder Tisch

Mitte Dezember werden Gewerbepolizei, EKR, gggfon und Barbetreiber an einen runden Tisch sitzen, um Erfahrungen auszutauschen und ein detaillierteres Vorgehen auszuarbeiten. Zur Diskussion stehen wird voraussichtlich auch, wieweit die Securityfirmen direkt angegangen werden sollen. Bisher beschränkten sich die Massnahmen auf die Wirte, also die Auftraggeber.

Die Postulanten Miriam Schwarz und Guglielmo Grossi (beide SP) zeigen sich mit der Antwort des Gemeinderates und den bisherigen Massnahmen auf Anfrage «zufrieden».

(Berner Zeitung)

Erstellt: 07.12.2009, 11:14 Uhr

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8 Kommentare

Martin Lerch

07.12.2009, 11:06 Uhr
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Die Konsequenz? Die Türsteher müssen Videoüberwachung auswerten, Karteien führen und für jeden einzelnen zurückgewiesenen schriftlich begründen können, wann, wo und mit welchen Taten der zurückgewiesene schon Schwierigkeiten gemacht hat. Solchen Aufwand können die Spunten nicht treiben. Was wird die Lösung sein? Echte Clubs mit Mitgliederausweis. Aufnahme nur mit zwei schriftlichen Empfehlungen. Antworten


Robert Aeschlimann

07.12.2009, 11:17 Uhr
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Wenn man in eine Disco oder Club geht ,möchte man feiern.Dazu geht man an ein Ort wo man sich wohl fühlt .Die Betreiber haben ein wirtschaftliches Interesse daran ,das die Gäste regelmässig kommen.Darum müssen sie dafür sorgen ,das keine Konflikte unter den Gästen entstehen.Deswegen stehen Türsteher vor der Tür.Das Gastgewerbe ist nicht für die Integration zuständig,sondern für das Wohl ihre Gäste Antworten



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