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«Thömus» speckt seinen Bikepark ab

Von Lucia Probst. Aktualisiert am 08.02.2012 4 Kommentare

Der Bikepark von «Thömus» in Oberried soll nur rund halb so gross werden wie zuerst geplant: Bis im März will Velofabrikant Thomas Binggeli die Pläne redimensioniert haben. Er hofft so, Kritiker zu besänftigen.

Velofabrikant Thomas Binggeli plant jetzt einen kleineren Bikepark.

Velofabrikant Thomas Binggeli plant jetzt einen kleineren Bikepark.
Bild: Urs Baumann

Die Idee ist nicht begraben, aber sie sieht weit anders aus als vor einem Jahr: Der Könizer Velofabrikant Thomas Binggeli hat die Pläne für den Bikepark rund um seinen Bauernhof im Weiler Oberried redimensioniert. Es wird bei «Thömus» keine Downhillpisten geben, auch keine Strecken durch den Wald und schonenswertes Gebiet. «Der öffentliche Funpark ist vom Tisch», sagt Binggeli. Vielmehr konzentriert er sich nun darauf, Pisten für Testfahrten und eine Bikeschule zu bauen. «Der Park ist nur noch rund halb so gross wie zuerst geplant.» Immer noch nötig ist dafür aber eine Änderung der Zonenpläne.

Mit Nachbarn und Umweltverbänden sass Binggeli in den letzten Wochen an einem Tisch. Bis Mitte Februar erwartet er nun zum Teil auch noch schriftliche Stellungnahmen von Parkkritikern. Bis im März will er die Pläne bereinigt haben.

Es bleiben Fragen

Kritisch zum Park geäussert hat sich unter anderem Pro Natura Bern. «Zwei wichtige Forderungen von uns sind jetzt erfüllt», sagt Geschäftsführer Jan Ryser. Dass landschaftlich heikle Zonen verschont bleiben, würdigt Pro Natura. Auch dass Binggeli die Produktion und Reparatur von Bikes aus Oberried auslagere, sei positiv. Ryser sieht aber auch heikle Punkte: «Es bleibt die Frage, ob so eine Umzonung Sinn macht.» Das Verkaufslokal von «Thömus» sei schon «an einem untypischen Ort». Wie die Pro-Natura-Stellungnahme konkret ausfällt, ist noch offen. Nächste Woche wird der Vorstand darüber diskutieren.

Erstmals Zahlen zum Verkehr

Eine Knacknuss bleibt der Verkehr. Binggeli ist daran, Firmenteile auszulagern. Zudem will er Shuttlebusse ab Bahnhöfen einführen und Anreize für jene schaffen, die mit dem Velo kommen, um des Problems Herr werden.

Der Verkehr, den «Thömus» nach Oberried bringt, lässt sich jetzt auch in Zahlen fassen. Seit Juni führte die Gemeinde mit stationären Anlagen Messungen durch. «Der Istzustand bringt für uns wenig Überraschendes zutage», sagt Gemeinderätin Katrin Sedlmayer (SP). Die Gemeinde definierte für die Zukunft eine Messlatte von 250 Fahrten pro Betriebstag im Monatsmittel. Diese Durchschnittsmarke erlaubt allerdings deutlich mehr Fahrten an einzelnen Tagen. «Am Freitag und Samstag hat es mehr Verkehr», räumt Sedlmayer ein. Doch verteile sich dieser besser als gedacht.

Kämen wegen des Bikeparks weitere Fahrten hinzu, wäre das laut Sedlmayer «zu viel». Sie geht aber davon aus, dass ab Januar 2013 Binggelis neue Produktionsstätte in Oberwangen den Verkehr nach Oberried reduzieren wird. Die Gemeinde wird dann erneut Messungen machen. Entlastend könnte auch das neue «Thömus»-Geschäft in Bern sein, das seit November offen ist. Zahlen dazu, wie sich das auswirkt, gibt es aber noch nicht.

Baustart frühestens 2014

Ende März sollen die geänderten Zonenpläne beim Kanton eingereicht werden, damit er sie vorprüfen kann. Danach ist die öffentliche Auflage vorgesehen, 2013 dann die Volksabstimmung. Frühestens 2014 könnte der Baustart sein.

Am Projekt hängt für Thomas Binggeli enorm viel – nur mit dieser Zonenplanänderung würde seine nicht in allen Teilen gesetzeskonform gewachsene Firma legalisiert. «Es braucht viel Energie und Einsatz, um möglichst allen Anliegen Rechnung zu tragen», sagt Binggeli. «Stösst auch der redimensionierte Park auf Ablehnung, bin ich mit meinem Latein am Ende.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 08.02.2012, 06:21 Uhr

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4 Kommentare

Jürg Mischler

08.02.2012, 18:28 Uhr
Melden 4 Empfehlung

An der "Misere" hat leider Thömu zu einem grossen Teil selber Schuld. Wie im Artikel richtig geschrieben: "nicht in allen Teilen gesetzeskonform gewachsene Firma". Jetzt die Behörden zu "erpressen" ist mehr als fragwürdig. Ich könnte ja in und um mein EFH auch irgendeine Firma wachsen lassen bis es jemanden stört, und dann mit einer Zonenplanänderung kommen. Oder fragen Sie mal die Landwirte... Antworten


Peter Gerber

08.02.2012, 07:54 Uhr
Melden 2 Empfehlung

wie wäre es wenn er einfach ganz wegzieht in eine Gemeinde die ihn unterstützt? Antworten



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