«Thömus» Bikepark steckt in der Warteschlaufe fest
Von Lucia Probst. Aktualisiert am 19.10.2011
Velofabrikant Thomas Binggeli geht nochmals über die Bücher. Eigentlich sollten die geänderten Zonenpläne für seinen Bikepark bereits beim Kanton liegen, damit dieser sie vorprüfen kann. Doch Binggeli ist daran, das Projekt für Bikepisten rund um sein Bauernhaus in Oberried zu überarbeiten. Geplant ist ein Park mit Hügeln, Abfahrten, Wald- und Feldpartien sowie speziellen Lehrpfaden.
«Es gab viele Bedenken», blickt er auf die Mitwirkung im Frühling zurück. Er nehme diese Kritik ernst. Vor allem die Grösse, Nutzung und Ausrichtung des Parks würden deshalb nochmals angeschaut, sagt Binggeli. Konkreter will er im Moment nicht werden. Eine Arbeitsgruppe nimmt das Projekt bis Ende Jahr nochmals unter die Lupe. In den nächsten Wochen sind zudem Gespräche mit Nachbarn und weiteren Kritikern geplant. Vorab die Angst vor zu viel Verkehr in den Bauernweiler Oberried und das rasche Wachstum von «Thömus» in der Landwirtschaftszone macht diese skeptisch.
Verkehr wird gezählt
Binggeli hat allen Grund dazu, diese Skepsis ernst zu nehmen. Denn von den Bikepark-Plänen hängt vieles ab. Der bewilligte Park sei zentral, um den heutigen Betrieb von «Thömus» zu sichern, erklärte die Könizer Gemeinderätin Katrin Sedlmayer (SP) im Frühling. Die Firma auf dem Bauernhof in Oberried sei nämlich «nur im Kern» legal. Der Gewerbebetrieb ist zwar bewilligt, doch bestehende Bauten wurden teils unbewilligt ausgeweitet genutzt. Auch deshalb braucht es die Umzonung von der Landwirtschaftszone in eine Zone mit Planungspflicht. Die Gemeinde hilft nicht direkt mit, das Projekt nun zu überarbeiten, wie Sedlmayer betont.
Zuständig ist die Gemeinde aber für die verlangten Verkehrszählungen nach Oberried. Der Verkehr zu «Thömus» Hof wird seit Juni über eine stationäre Messanlage erfasst. Zudem wird er zweimal für 14 Tage auf allen Zufahrten nach Oberried gemessen. Diese Zählungen werden auch während eines Event-Wochenendes durchgeführt. Aus diesen Messresultaten lasse sich eine verlässliche Übersicht zur heutigen Verkehrssituation gewinnen, sagt Sedlmayer. Die Messungen sind im Gang, konkrete Zahlen kann sie noch keine nennen.
Die Zählungen werden länger dauern. Die Gemeinde will auch vergleichen, wie sich der Verkehr entwickelt, wenn der Unternehmer 2012 seine Produktionsstätte nach Oberwangen verlegt haben wird. Basierend auf den Erkenntnissen soll dann ein Verkehrskonzept entstehen.
Wichtig für die Firma
Bezahlt werden die Verkehrsmessungen von «Thömus», wie Thomas Binggeli erklärt. «Ich bin immer noch guten Mutes, dass wir das Projekt zustandebringen.» Er finde es gut, dass alle ihre Bedenken platzieren konnten. Umgekehrt kostet ihn das natürlich Zeit. Mit der Auslagerung der Produktion nach Oberwangen und einem neuen Shop, den «Thömus» noch dieses Jahr in Bern eröffnen will, versucht die Firma den Verkehr nach Oberried einzudämmen. «Es wird besser», sagt Binggeli. Wird das Land in Oberried nicht umgezont, wird der erfolgreiche Könizer Velofabrikant die Organisation seiner Firma überdenken müssen. «Die Fabrik in Oberwangen funktioniert nur, wenn wir unseren Betrieb in Oberried weiterführen können.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 19.10.2011, 08:32 Uhr
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