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Theaterkubus auf dem Waisenhausplatz

BernDas Konzert Theater Bern plant während des Umbaus einen «Theaterkubus» auf dem Waisenhausplatz. Dieser wird rund 1,8 Millionen Franken kosten.

Auf dem Waisenhausplatz plant das Konzert Theater Bern während des Umbaus ein Provisoirum. (Montage)

Auf dem Waisenhausplatz plant das Konzert Theater Bern während des Umbaus ein Provisoirum. (Montage) Bild: zvg

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Der Berner Waisenhausplatz soll 2016 zum Theater-Platz werden: Für 1,8 Millionen Franken will Konzert Theater Bern (KTB) ein Provisorium errichten und so auf die Verzögerungen bei der Sanierung des Stadttheaters reagieren. Das teilte Konzert Theater Bern am Mittwoch mit. Noch ausstehend ist die Baubewilligung für den Gerüstbau, der Platz für 480 Zuschauer bieten soll.

Anfang Jahr war bekannt geworden, dass sich die Sanierung des Stadttheaters in die Länge zieht. «Zunächst waren wir konsterniert», erklärte Intendant Stephan Märki am Mittwoch. «Wir liefen Gefahr, Publikum zu verlieren.»

Alternativen wurden geprüft, bald stand die Idee für den Kubus im Zentrum. «Dadurch wurden viele kreative Energien freigesetzt», betonte Märki. «Wir wollen nun die besondere Atmosphäre des Kubus mitten im Zentrum der Stadt nutzen.»

Die Entscheidung für ein Provisorium in Gerüstbauweise wurde vor allem aus akustischen Gründen getroffen. Die Spielstätte ist in drei Bereiche aufgeteilt: Erstens ein Foyer mit Gastronomie, Sanitäranlagen und Theaterkasse, zweitens ein Theatersaal mit einer 120 Quadratmeter grossen Bühne, drittens ein kleiner Backstage-Bereich für Garderoben, Requisite und Maske.

Der Kubus soll als Spielstätte für alle Sparten dienen. Daneben wird er auch Platz für Fremdveranstaltungen bieten. Die wichtigsten Premieren und Projekte im Kubus wollen die Verantwortlichen am kommenden Dienstag präsentieren.

Teuerste Variante?

In Medienberichten wurde in den letzten Monaten auch über andere Ersatzspielstätten spekuliert, beispielsweise das Theater National, die Grosse Halle der Reitschule und ein Zelt auf der Allmend.

KTB-Sprecherin Susanne Schäfer wollte sich zu anderen geprüften Varianten am Mittwoch nicht äussern - und auch nicht zu Berichten, wonach die nun getroffene Lösung die teuerste ist. Sie wies aber darauf hin, dass die Finanzierung des Projekts gesichert sei.

Ein wesentlicher Anteil der 1,8 Millionen Franken lässt sich demnach finanzieren, weil für das Stadttheater während der Sanierung weniger Mietzins bezahlt werden muss. Dazu kommen Sponsoringgelder, KTB-eigene Mittel und Einnahmen aus der Vermietung des Kubus während der Theaterpause.

Eröffnet werden soll der Kubus am 20. März 2016 mit einem Theater- und Familienfest. Danach wird das Provisorium bis Ende Oktober in Betrieb sein.

Sanierung zieht sich hin

Das Stadttheater wird in mehreren Etappen saniert. Ursprünglich war vorgesehen, dass die dritte Sanierungsetappe hauptsächlich während der Theaterpause im Sommer 2016 über die Bühne gehen sollte.

Doch die Zeit reicht nicht aus, wie die Planer erkennen mussten. Neu dauert die dritte Sanierungsphase vom 1. März bis 31. Oktober 2016, also deutlich länger als geplant. Zudem soll das Haus für den Abschluss des Sanierungsprojekts von Mai bis August 2017 nochmals vier Monate lang geschlossen werden.

Insgesamt hätte Konzert Theater Bern durch die Verlängerung der Sanierungsetappen mindestens vier Neuproduktionen und mehr als 70 Vorstellungen fallen lassen müssen. «Das wäre ein zu grosses Risiko für uns gewesen», betonte Intendant Märki.

Tschäppät sieht Chance

Die Stadt Bern äusserte sich am Mittwoch nicht zu dem Projekt. Stadtpräsident Alexander Tschäppät hat aber schon früher erklärt, dass er eine provisorische Spielstätte im Herzen der Stadt als Chance sieht. Das Konzert Theater Bern könne so die Not zur Tugend machen. (tag/sda)

Erstellt: 20.05.2015, 17:26 Uhr

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