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Suche nach neuem Modell

Von Esther Diener-Morscher. Aktualisiert am 26.03.2009

Das Rettungskomitee für den «Bund» klärt ab, wie sich die Zeitung vor den Abbauplänen des Medienunternehmens Tamedia bewahren liesse. Eine Umfrage soll zeigen, ob genug Geld für einen selbstständigen «Bund» zusammenkäme.

«Bund»-Werbeträger Kuno Lauener.

«Bund»-Werbeträger Kuno Lauener.

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Drei Monate nach seiner Gründung hat das Komitee zur Rettung der Tageszeitung «Der Bund» grosse Pläne: Es will den Verein Berner Medienvielfalt gründen, genug Geld zusammenbringen und dann den «Bund» als eigenständige Zeitung weiter herausgeben. «Wir schwimmen gegen den Strom», ist sich Mark Balsiger, Koordinator des Komitees, bewusst. «Aber wir sind nicht blauäugig», sagte gestern Christoph Stalder, FDP-Grossrat und Initiant des Komitees, vor den Medien.

«Unabhängig werden»

Der «Bund» soll künftig nicht mehr wie andere Zeitungen zu 70 Prozent mit Werbung und zu 30 Prozent mit Abo-Einnahmen finanziert werden. «Wir wollen nicht mehr abhängig sein von der Werbewirtschaft, sondern suchen ein neues Modell», erklärte Andreas Lüthi vom Unterstützungskomitee. Wie genau dieses Modell aussehen soll – und vor allem, wer es bezahlt, ist noch unklar. Gestern hat das mittlerweile 13000 Mitglieder zählende Komitee vorerst eine Umfrage für die «Bund»-Leserschaft ins Internet gestellt: Die Antworten sollen zeigen, wie die Leserschaft ihre Zeitung unterstützen würde: Etwa mit höheren Abo-Preisen oder mit Geld für eine Stiftung, die den «Bund» als selbstständige Zeitung weiterführen würde. Auch Schmalspurvarianten stehen zur Auswahl: «Der Bund» als Wochenzeitung oder als Internet-zeitung oder integriert in eine Sonntagszeitung. Züri-West-Frontmann Kuno Lauener wirbt seit heute auf Plakaten für die Erhaltung der Zeitung.

Die Zeit drängt

Schon vor gut einem Jahrzehnt stand in Bern eine Tageszeitung vor der Auflösung: Die sozialdemokratische «Berner Tagwacht». Auch sie erhielt viel Unterstützung, aber zu wenig Geld zum Überleben. Mit der «Berner Tagwacht» will das Rettungskomitee den «Bund» jedoch nicht vergleichen. «Wir planen nicht bloss lebensverlängernde Massnahmen», betonte Christoph Stalder. Voraussichtlich im Juni will das Medienunternehmen Tamedia entscheiden, was mit dem «Bund» passieren soll. Zur Diskussion stehen derzeit eine Fusion mit der Berner Zeitung BZ oder eine enge Zusammenarbeit mit dem Zürcher «Tages-Anzeiger». Bis im Juni muss das Komitee konkrete Rettungspläne auf den Tisch legen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 26.03.2009, 09:50 Uhr

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