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Streit zwischen kurdischen Gewerblern endet tödlich

Von Katharina Merkle. Aktualisiert am 28.12.2011 43 Kommentare

Bei einer Schiesserei nach einer Massenprügelei im Steinhölzli verlor ein 39-jähriger Mann sein Leben. Gestanden hat die Tat ein 32-Jähriger. Es soll sich um einen lange schwelenden Konflikt zwischen zwei kurdischen Zügelunternehmern handeln.

1/7 Bei einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen ist am Montagabend in Köniz ein 39-jähriger Mann erschossen worden.
Bild: Andreas Blatter

   

Zeugenaufruf

Die Polizei sucht weiterhin Zeugen: 031 634 41 11.

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Blau eingekreiste Blutflecken entlang der Kirchstrasse zeugen von der Gewalttat, die sich am Montagabend dort ereignet hat. Die Spuren sind auf der ganzen Strassenbreite über eine Länge von etwa fünfzig Metern verteilt. Beim Anblick dieser Flecken wird klar: Hier haben sich wüste Szenen abgespielt. Erste Infos hatten die Untersuchungsbehörden noch Montagnacht veröffentlicht (siehe Ausgabe von gestern). Dort war von drei Personen die Rede gewesen, die in Spitalpflege gebracht wurden. Gestern Mittag gab die Polizei bekannt: Einer der drei, ein 39-jähriger Mann, ist durch Schüsse tödlich getroffen worden. Zuvor war es zu einer Massenprügelei gekommen. Beteiligt daran waren Türken und Schweizer, die sich kannten. Einige der Männer waren mit dem Auto vor Ort. Am Dienstagabend gab einer der Beteiligten, ein 32-jähriger Mann zu, auf den 39-Jährigen geschossen zu haben. Er befindet sich nun in Haft. Bei der Polizei sind mehr als 30 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen damit beschäftigt, den Tathergang zu rekonstruieren.

Am Montag um 19.45 Uhr gingen bei der Kantonspolizei mehrere Meldungen über die Auseinandersetzung bei der Bushaltestelle Steinhölzli ein. Dort stellten die ausgerückten Polizistinnen und Polizisten fest, dass zwei Gruppen von insgesamt rund zehn Personen «aneinandergeraten» waren und dass auch eine Schusswaffe eingesetzt worden war. Den 39-Jährigen hatten Bekannte noch vor dem Eintreffen der Polizei ins Spital gebracht. Dort wurde sein Tod festgestellt.

Wie TeleBärn berichtet, ist der Streit in einem kurdischen Treffpunkt ausgebrochen und später an der Kirchstrasse eskaliert. Im Zentrum sollen zwei Kontrahenten stehen, die beide ein Umzugsunternehmen betreiben. Der eine in Bern, der andere in Ittigen. Der eine soll früher beim Unternehmen des 39-Jährigen gearbeitet haben. Dann habe er ein eigenes Zügelunternehmen gegründet und sei so zum unliebsamen Konkurrenten geworden. Dem Handelsregister ist zu entnehmen, dass das Opfer Ende August aus seinem Unternehmen ausgeschieden ist. Die Polizei sagt nichts über die Nationalität von Täter und Opfer. Gemäss TeleBärn soll es sich um zwei Kurden handeln.

Polizei findet eine Waffe

Die Polizei hat eine Waffe sichergestellt. Ob es sich um eine Schusswaffe und damit um die mögliche Tatwaffe handelt, will Polizei-Medienchef Michael Fichter nicht kommentieren, um die Augenzeugen nicht zu beeinflussen. Noch am Montag wurden mehrere Personen angehalten und für nähere Abklärungen auf eine Polizeiwache gebracht. Gestern wurden alle ausser dem mutmasslichen Täter aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

Die Kapo sucht weitere Augenzeugen. Einer der Zeugen ist Halit Avci. Der 43-Jährige arbeitet als Kellner in der türkischen Pizzeria, die beim Tatort liegt. Zwei der Männer, die später in die Schlägerei involviert waren, hätten kurz vorher noch bei ihm im Lokal eine Pizza gegessen. Es habe sich um Kurden gehandelt, die Stimmung unter ihnen sei friedlich gewesen. Einer von ihnen war ein direkter Anwohner. Sie seien mit einem Auto weggefahren, aber nur wenige Meter weit gekommen. Die Partnerin des Anwohners hatte auch im Lokal gegessen, war dann aber alleine nach Hause in ihre Wohnung in der Nähe gegangen. Später habe sie der Freund angerufen – es gebe Verletzte, auch er blute. Sie rief die Ambulanz herbei und ging vor Ort. «Ich hörte Schreie, einer lag am Boden, überall sah ich Blut», sagt die Frau, die anonym bleiben will. Bis am Nachmittag hatte sie nichts mehr von ihrem Partner gehört. Sie glaubt, er habe bloss vermittelnd ins Geschehen eingegriffen.

Ein türkischer Gast von Halit Avci sagt über die Beteiligten des Streits: «Solche Leute schaden unserem Ruf und gehören nicht hierher in die Schweiz.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.12.2011, 06:21 Uhr

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43 Kommentare

Peter Meier

27.12.2011, 16:36 Uhr
Melden 22 Empfehlung

Sehr interessante Erkenntnis, dass sich die Kontrahenten gekannt haben. Normalerweise sagen die Beteiligten bei solchen Ereignissen immer aus, dass sie sich nie zuvor begegnet sind. Einfach Zufällig, dass beide Parteien bewaffnet waren. Es ist erstaunlich wieviele Personen überhaupt bewaffnet auf der Strasse rumlaufen. Antworten


Andi Hufschmid

27.12.2011, 13:33 Uhr
Melden 11 Empfehlung

Wann wird ebdlich eingesehen, Waffen gehören nicht unter das Volk? Auch ich wurde beinahe schon einmal angeschossen von einem Rachsüchtigen Mitarbeiter meiner Firma! Antworten



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