Strassenumbau lässt auf sich warten
Von Esther Diener-Morscher. Aktualisiert am 09.02.2012 1 Kommentar
Verkehrschaos blieb aus
Auf der Bremgartenstrasse wird es zum Verkehrschaos kommen, wenn die Halenstrasse geschlossen wird: Davor warnten die Gegner letztes Jahr immer wieder. Doch Silvio Gely, Leiter der Region Bern bei den Postautobetrieben, sagt: «Der Fahrplan läuft sehr stabil.» Die wenigen kleinen Verspätungen seien im städtischen Betrieb normal.
Seit Dezember nutzen Postautos und Privatverkehr die Bremgartenstrasse gemeinsam. Doch die Stadt entwarnt: « Es sind uns keine Staus oder Behinderungen bekannt», sagt Hansueli Röthlisberger, Projektleiter im städtischen Tiefbauamt. Zahlen über die Verkehrsverlagerungen gibt es noch nicht. Entsprechende Messungen werden im Sommer durchgeführt.
Velofahrer und Fussgänger haben sich zu früh gefreut: Obwohl die Halenstrasse seit letztem Dezember auch für die Postautos geschlossen ist, dauert es wohl noch eine Weile, bis die Strasse verschmälert und zum Fuss- und Veloweg umgebaut wird. Laut dem städtischen Tiefbauamt will die Stadt zwar so schnell wie möglich mit dem Rückbau beginnen. Doch zurzeit werde noch an den Werkleitungen der neuen Kehrichtverbrennungsanlage gebaut. Und der dazu nötige Bauinstallationsplatz an der Halenstrasse bleibe noch bis Mitte Jahr bestehen, heisst es.
Parkfelder statt Kreisel
Einen definitiven Bautermin kann der Projektleiter Hansueli Röthlisberger nicht nennen. Bisher steht lediglich fest, dass die Strasse um 4,50 Meter verschmälert wird und dass der bisherige Parkplatz, der 200 Meter vom Länggasskreisel entfernt an der Halenstrasse liegt, aufgehoben wird und stattdessen Parkfelder auf der Strasse markiert werden. Während die Stadt zuwartet, sind die Gegner der Strassenschliessung umso aktiver: «Wir setzen uns weiterhin für die Wiedereröffnung der Strasse ein», sagt Stefan Freudiger, Präsident des Aktionskomitees gegen die Schliessung der Halenstrasse.
Kampf an drei Fronten
Das Komitee kämpft an drei Fronten dafür, dass künftig wieder Autos durch den Wald fahren dürfen: Mit einer Beschwerde will die Gruppe rechtlich gegen die Schliessung vorgehen – und notfalls damit bis vor Bundesgericht gelangen. Kurz vor Jahresende haben zudem die beiden SVP-Stadträte Roland Jakob und Manfred Blaser im Stadtrat eine Motion eingereicht mit der Forderung: «Kein sofortiger Rückbau der Halenstrasse». Und in einem weiteren Vorstoss im Kantonsparlament verlangt auch Sabi-na Geissbühler-Strupler, SVP-Grossrätin, Herrenschwanden, dass mit der Renaturierung zugewartet wird und Verkehrszählungen gemacht werden. Sie fordert die sofortige Wiedereröffnung der Strasse, damit bei den Zählungen der Vorher- und Nachher-Zustand ermittelt werden könne.
Ohne Wenn und Aber
Das Komitee geht nach wie vor davon aus, dass die Verkehrsmessungen zur Abklärung der Umweltverträglichkeit eine Bedingung für die Sperrung seien. Vorher dürfe die Strasse gemäss den Auflagen des Regierungsrats gar nicht geschlossen werden.
Die Stadt hingegen geht zusammen mit dem Kantonsoberingenieur Stefan Studer davon aus, dass die Sperrung ohne Wenn und Aber von Anfang an Bestandteil des Neufeld-Tunnel-Projekts war. Diesem stimmten die Stimmberechtigten vor zehn Jahren zusammen mit einer Reihe flankierender Massnahmen im Raum Neufeld–Länggasse zu – darunter auch die Schliessung der Halenstrasse. Die Verkehrszählungen seien als nachträgliche Kontrolle gedacht. Sie sind bisher aber noch nicht durchgeführt worden, weil die Bauarbeiten auf der Stadttangente und beim Wankdorfplatz die Resultate stark verfälschen würden. (Berner Zeitung)
Erstellt: 09.02.2012, 06:43 Uhr
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