Stimmrecht 16: «Nichts zu verlieren, viel zu gewinnen»

Unter anderem mit diesem Argument steigt das Jugendkomitee «Ja zum Stimmrechtsalter 16» in den Kampf um die kantonale Abstimmung vom 29. November.

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Wenn das Volk Ja sage zum aktiven Stimmrecht für über 16-jährige, ermögliche dies interessierten Jugendlichen, sich aktiv am demokratischen Prozess zu beteiligen. Das sagte die Initiantin von Stimmrechtsalter 16 im Kanton Bern, Grossrätin Nadine Masshardt (SP), laut Redetext am Mittwoch vor den Medien in Bern.

16-jährige hätten bereits über die Berufslaufbahn entscheiden müssen, verdienten Geld, seien sexuell mündig - nur abstimmen dürften sie heute noch nicht, führte die 25-jährige Kampagnenleiterin aus.

Gegner argumentierten häufig mit der angeblichen Unreife der 16- bis 18-jährigen. «Wie wir aus der Praxis wissen, sind wohl auch einige ältere Menschen zu wenig reif, zu wenig interessiert oder zu wenig informiert, um an Wahlen und Abstimmungen teilzunehmen», sagte Masshardt. Die Beteiligung an den letzten Regierungsratswahlen habe 30 Prozent betragen.

In Österreich schon eingeführt

Österreich, Slowenien und viele deutsche Bundesländer erlaubten Jugendlichen ab 16 abzustimmen, führte Geo Taglioni von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände aus. Studien hätten gezeigt, dass Jugendliche durchaus Interesse an der Politik hätten.

Die 14-jährige Schülerin Eva Krattiger sagte, sie sei jeden Morgen mit Politik konfrontiert. Schliesslich entscheide diese, ob der öffentliche Verkehr zu ihrem Schulhaus gut sei oder nicht. Sie wolle mitbestimmen, sagte die Co-Präsidentin der Bernischen Schülerinnen- und Schülerorganisation.

Podiumsdiskussionen an Schulen

Die Abstimmungskampagne führt das Komitee mit Plakaten, Postkarten, der Internetseite www.stimmrecht16.ch, Podiumsdiskussionen an Schulen im ganzen Kanton Bern sowie Strassenaktionen.

Auf den Plakaten werden junge Bernerinnen und Berner zu sehen sein, welche sagen «Ich will auch stimmen und wählen können, weil...». Auch auf Flächen der Allgemeinen Plakatgesellschaft wird das Komitee für ihre Anliegen werben. (sda)

Erstellt: 21.10.2009, 13:06 Uhr


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