Staubige Schulkinder in Köniz
Von Claudia Salzmann. Aktualisiert am 25.07.2011 1 Kommentar
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Am Montagmorgen bietet sich beim Friedhof in Köniz ein seltenes Bild: Schauspieler schlendern über den Innenhof und trinken Kaffee. Set-Mitarbeiter scheinen Selbstgespräche zu führen, doch sie sprechen in ihre Mikrophone und horchen Anweisungen, die ihnen ins Ohr gesprochen werden. Zwei junge Frauen sind bereits mit einer Schulterkamera unterwegs und fangen Bildmaterial ein. Die beiden sind mit dem Making-Of-Film zum Film «Dällebach Kari» betraut.
Ausnahmsweise dreckig
Von Hektik kann keine Rede sein. Auch die Technik steht noch nicht am Platz und die Kinder, die als Statisten agieren, treffen langsam ein. Allesamt tragen sie Kleider, wie sie zu Dällebach Karis Zeiten üblich waren – die Mädchen in Röcken, die Buben in halblangen Hosen und alle in klobigem, schwerem Schuhwerk. «Die Kleider sind noch zu sauber», sagt ein Set-Mitarbeiter. Deshalb begibt sich die Gruppe hinters Haus auf die Wiese.
Die Kinder scheinen eine wahre Freude zu haben, ausnahmsweise einmal dreckig sein zu dürfen. Sie reissen büschelweise Gras aus und reiben grüne Flecken in die Kleider, nehmen Erde und reiben ihre Hände und Arme damit ein. Damit die Kleider nach 19. Jahrhundert aussehen, werden die Kleider mit einem Wasserspray befeuchtet und dann von einem Gerät mit Staub besprüht. Die Kinder stehen geduldig da, lassen es über sich ergehen und schliessen die Augen, damit kein Staub eintreten kann.
Daneben stehen Neugierige, stolze Eltern und das Making-Of-Kamerateam. «Mein Sohn will Schauspieler werden», erzählt eine Deutsche, die in Unterseen wohnt. Bisher habe er grossen Spass. Auch sie selber habe vor 20 Jahren in Filmteams gearbeitet und wollte ihrem Sohn einen Einblick gewähren.
Tornister aus Holz
Dann endlich geht es los: Die Kinder bekommen Tornister und Säcke, die sie sich auf den Rücken schnallen. Mit viel Geschrei rennen sie die Treppe hoch ins Klassenzimmer. Und wieder runter, danach werden Frisuren gerichtet und Füsse und Hände mit mehr Farbe versehen. Wieder stellen sie sich auf, johlen und rennen die Treppe hinauf. Drinnen stehen die Kameras und halten die Szene fest. Immer und immer wieder wird die Szene wiederholt.
Auch andere Schauspieler warten auf ihren Einsatz. «Mein Vater war ein Totengräber. Ich hätte nie gedacht, dass ich selber mal einer sein werde», erzählt einer von ihnen. Er verbringt mit anderen im Schatten des Baumes wartend und schwatzend seine Zeit. Die drei Schauspieler kommen in der Friedhof-Szene zum Einsatz und gegen 14 Uhr dürften die Dreharbeiten hinter dem Schloss Köniz abgeschlossen sein, wie eine Set-Arbeiterin hofft.
«Vielleicht ist es auch ein oder zwei Stunden später», meint sie schmunzelnd. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.07.2011, 14:17 Uhr
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1 Kommentar
Sehr schöner Bericht, vielen Dank "die Deutsche",
P.s bin auch Schweizerin. Hoffentlich meinen die Schweizer nun nicht "eine ehrgeizige Deutsche" will ihr armes kleines Kind schon so früh zum Film schicken, ist ja typisch?!
Wir wollten einfach nur Spass haben und in die Filmwelt eintauchen.
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