Region

«Stadttauben» sind weg – was nun?

Bern will einen Grill- und Spielplatz einrichten auf dem bis Samstag besetzten Centralweg 9. Die Begeisterung ist mässig.

Die «Stadttauben» sind am Wochenende ausgeflogen.

Die «Stadttauben» sind am Wochenende ausgeflogen. (Bild: Aenea Wasmer)

Stichworte

TeleBärn-Video

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Am Samstag, zwei Tage vor Ablauf des Ultimatums, zogen Berns «Stadttauben» von dannen. Von der Lorraine tuckerten sie mit ihren Wohnwagen in Richtung Westen, wurden in Bethlehem noch einmal gesichtet, und danach verlor sich ihre Spur. Laut der Zeitung «Der Bund» ist die alternative Wohngruppe an den Waldrand von Bümpliz gezogen.

Thomas Fuchs, SVP-Grossrat und Gegner solcher Wohnexperimente, blies darauf die angekündigte Petition ab und bereitete flugs ein Abwehrdispositiv in Bümpliz auf: «Ein vollgetankter Güllewagen wäre bereitgestanden», sagt er. Doch wahrscheinlich habe die Gruppe das Stadtgebiet verlassen.

«Schildbürger am Werk»

Das Gelände am Centralweg 9/9a liegt seither wieder brach. Der Verein Läbigi Lorraine (VLL) bedauert diese Entwicklung und hält nicht zurück mit Kritik an der Stadt, welcher die Parzelle gehört. Deren bisheriges Vorgehen hinterlasse nicht den Eindruck, als sei eine öffentliche Verwaltung am Werk, kritisiert der Verein. «Eher schon ein paar Schildbürger».

Die Finanzdirektion ist für die Entwicklung des Grundstücks zuständig. Sie schlägt nun einen Grill- und Spielplatz als Zwischennutzung vor, bis 2011 – aber wohl eher 2012 – mit dem Bau der geplanten Wohnungen begonnen werden kann.

VLL: Stadt muss handeln

Ob ein Brätliplatz gut ankommt bei den Nachbarn im Quartier, bezweifelt VLL-Vorstandsmitglied Cathérine Weber allerdings. Für sie ist klar: «Jetzt muss die Stadt Geld in die Hand nehmen.» Denn auf dem Schotter lasse sich sonst nichts Vernünftiges anstellen. Der VLL wollte einst die frei stehende Garage selber nutzen, blitzte aber bei der Stadt ab. Der Boden sei kontaminiert, zudem werde innert Jahresfrist gebaut. «Nun vergehen doch zwei, drei Jahre», moniert Weber. Der VLL werde jetzt nicht plötzlich zur Schaufel greifen. Dieser Zug sei abgefahren.

Der Vorschlag des Leists wiederum, die damals abservierte Garage Alcadis bis auf weiteres Autos ausstellen zu lassen, komme ebenfalls nicht in Frage.

Stadt: Gemeinsame Lösung

Das von der Stadt anberaumte Treffen mit Quartiervertretern hat also einige Nüsse zu knacken. Fernand Raval, der als Leiter der Liegenschaftsverwaltung das Vorgehen koordiniert, räumt ein: «Die Zeitverzögerung ist eine längere Geschichte, für die es aber Gründe gibt.» Nun wolle man gemeinsam mit Quartierorganisationen eine gute Lösung für die Zwischenzeit auf die Beine stellen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.03.2010, 08:13 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

14 Kommentare

F K

17.03.2010, 09:54 Uhr
Melden

@elsa lüthi: nein, kein landstück und kein haus! einen bauwagen ohne zentralheizung, ohne fernseher, ohne internet, ohne bad und ohne küche! ein raum als wohn- und schlafzimmer! könnten sie das? diese menschen sind bereit auf ganz viel luxus zu verzichten! seid über einem jahr werden sie umhergescheucht und niemand von den leuten bekommt sozialgeld! alle arbeiten oder machen weiterbildungen! Antworten


Hans Müller

16.03.2010, 10:35 Uhr
Melden

Es ist erstaunlich, was da in Bern abgeht und wie gehetzt wird. Letzten Herbst habe ich bei einer Wanderung im Emmental eine der Wagenburgen entdeckt, die im Winter in Bern zu sehen sind. Und was haben die jungen Leute getan? Beim Bauern auf dem Feld gearbeitet. Aber jetzt ist ihnen wohl zu kalt und sie überwintern in der Stadt. Und was tut man in Bern? Ein Geschrei los lassen. So peinlich. Antworten


Elsa Lüthi

16.03.2010, 04:38 Uhr
Melden

Da es hier mehrere Befürworter für Besetzungen von Gelände gibt und die Laisser-faire Politik der Stadt Bern gutheisst, möchte ich meinen Wunsch vorbringen und die Stadt auffordern, mir ein passendes Landstück oder gar Haus zur Verfügung zu stellen. Als Randständige hätte ich dann auch noch das Recht auf Sozialunterstützung. Bei der Grosszügigkeit der Stadtberner Steuerzahler sollte das jeder tun. Antworten


Gregor Maibach

15.03.2010, 16:40 Uhr
Melden

@Anina Kornfelder: stimmt, aber die kiffen meist nicht, sie saufen nur ;-) Antworten


Anina Kornfelder

15.03.2010, 15:49 Uhr
Melden

Viele Bauern haben ebenfalls nicht zugelassene Anhänger und Maschinen an ihre Traktoren angehängt, da sagt ja auch niemand etwas! Antworten


Hans Niklaus

15.03.2010, 13:51 Uhr
Melden

Als direkter Anwohner bin ich erstaunt über die aggressiven Vorurteile, die gegen die Stadttauben vorgebracht werden. Diese habe sich sehr quartierverträglich verhalten, es kam weder zu Lärm- noch zu anderen Belästigungen und zu keinen Sachschäden. Der Platz wurde beispielhaft aufgeräumt hinterlassen. Die einzige Belästigung war der umweltschädliche Offroader-Besuch von SVP-Fuchs aus Bümpliz. Antworten


Peter Münger

15.03.2010, 12:42 Uhr
Melden

@Tom Forler ich habe sehr wohl Freude am Leben. Mich regt es halt auf das einige bekifft und unter alk durch die Stadt ziehen. Ich habe diese „Andersdenkenden“ schon vorbei fahren sehen, in der Hand ein Bier. Die Anhänger sind zu 100% Schrott. 30 Genügt um jemanden zu überfahren. 100% SVP wäre übrigens eine Katastrophe für mich. Wie 20% Rot /Grün auch. Beim Judenfriedhof ist die andere Wagenburg. Antworten


Roland Peter

15.03.2010, 12:33 Uhr
Melden

@Alle: Aber hallo! Ich möchte hier jetzt nicht alle Schandtaten und korrupte Machenschaften der bürgerlichen aufzählen. Dafür reichen die paar Zeilen einfach aus. Nur so viel: Was aus der bürg. Ecke daher kommt, lässt die angeblichen „linken Chaotenecke“ richtig mickrig aussehen! Nur das wir uns richtig verstehen: Ich bin kein Linker, aber ich interessiere mich für Politik und habe sehr gute Augen Antworten


Paul Rohner

15.03.2010, 12:18 Uhr
Melden

Sehr geehrter Romano Manazza. Sie schreiben,dass eine Pedition von Thomas Fuchs keine Chance gehabt hätte. Wenn Sie sich da nur nicht irren.Genau der Meinung wie Sie, waren sich da auch einige Leute in Sachen Potage beim Zivilstandsamt Bümpliz.In nur ca 5 Tagen wurden diese Pläne durch ca 3000 Unterschriften durchkreuzt.Wären nicht Wahlen angestanden,hätte Rot-Grün vorerst nichts unternommen. Antworten


Tom Forler

15.03.2010, 12:14 Uhr
Melden

@P. Münger & H. Moll: Ohje! Diese verhasste böse gutmenschene rot-grüne Regierung. 100% SVP und die Schweiz wär wieder in Ordnung :-) Wisst ihr, diese Wagen sind reine Anhänger und werden von einem langsamen Traktor gezogen, bislang habe ich von einem Unfall nichts gelesen. Respekt vor Andersdenkenden war noch nie euer Ding, ihr kommt mir so gefrustet vor... habt ihr denn garkeine Lebensfreude? Antworten


Thibault Schmidt

15.03.2010, 12:09 Uhr
Melden

@alle zusammen: Das sind auch Menschen, und sie haben ein recht so zu leben wie sie es wollen, deshalb muss man Lösungen und Kompromisse finden, die für beide Seiten ok sind. Aber es muss halt im Rahmen des Gesetzlichen sein, und einfach Plätze besetzten geht natürlich schon nicht!!! Antworten


Hans Moll

15.03.2010, 11:19 Uhr
Melden

@Peter Münger; alles was aus der linken Chaotenecke kommt, wird durch unsere linke Regierung geduldet wenn nicht gar gefördert. Das ist bei uns leider die Realität. Antworten


Sandro Kaufmann

15.03.2010, 11:04 Uhr
Melden

Das würd mich auch mal interessieren wie das ist mit diesen Wagen. So viel ich weiss haben diese keine Nummernschilder und sind somit für den Strassenverkehr nicht zugelassen. Wie ist die rechtliche Situation bei einem Unfall? Wer bezahlt? Antworten


Peter Münger

15.03.2010, 10:33 Uhr
Melden

Sind diese Fahrzeuge zugelassen ? Wenn es einen Unfall gibt, wer bezahlt da ?? Oder dürfen uns die Stadttauben auf der Nase rum tanzen ? da sie von der R/G Regierung geschützt sind ? Sicher sind sie in das Gäbelbachtal gezogen. Antworten



Region

Populär auf Facebook – Privatsphäre

AKTUELLE KADERSTELLEN

Marktplatz

Senior Account Manager im Softwarebereich (w/m) Freestar - People AG, Nordostschweiz

SharePoint Entwickler / Leiter Business Unit Freestar - People AG, Zentralschweiz

Leiter Schlosserei Freestar - People AG, Kanton Zürich


Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie ein Wochenende am Blausee für 2 Personen...

Emil Frey AG Autocenter Bern

Geniessen sie die Strasse mit dem neuen Subaru XV. Nur im Emil Frey Autocenter Bern.