«Stadttaube» verprügelt einen Nachbarn
Von Jürg Spori. Aktualisiert am 09.05.2010
Der Bümplizer Nordquartierleist-Präsident Martin Reist wohnt an der Winterholzstrasse in Bümpliz. Seit dem 13.März sind die «Stadttauben», die von der Lorraine hierhergezogen sind, Reists Nachbarn. «Mir geht es nicht darum, die Leute zu kriminalisieren», sagte er, nachdem sich die alternative Wohngruppe «Stadttauben» mit ihren Wohnwagen unerlaubt auf der städtischen Parzelle niedergelassen hatte. «Doch nun musste ich am eigenen Leib erfahren, dass die von Gemeinderätin Barbara Hayoz und Stadtpräsident Alexander Tschäppät als harmlos dargestellten ‹Stadttauben› nicht unproblematisch sind», sagt Reist auf Anfrage.
Auch Hunde bissen zu
Am Donnerstag wurde er von einem Mitglied der «Stadttauben» verprügelt, wie dieser Zeitung zugetragen worden ist. «Ich war daran, zu beobachten und bildlich zu dokumentieren, wie ein neuer Wagen auf das besetzte Gelände gezogen wurde», erzählt er. Ohne dass er sich in den Weg gestellt oder etwas gesagt habe, sei der Mann auf ihn zugegangen und habe, ohne das Gespräch zu suchen, sofort zugepackt, geschlagen, und ihn gegen ein Gitter gedrückt. Dann versetzte der Mann ihm noch drei Fusstritte, wie Martin Reist weiter schilderte.
Plötzlich sei er von drei Hunden der «Stadttauben» angegriffen worden. «Mindestens ein Hund hat kräftig zugebissen und mir blutige Bissverletzungen am Oberschenkel zugefügt», klagt das Opfer.
Täter festgenommen
«Dank der Zivilcourage von Mitarbeitern des nahen Interdiscounts, die auf meine Hilfeschreie reagierten, liessen der Täter und die Hunde von mir ab», erzählt Reist. Darauf konnte er in den Interdiscount fliehen und die Polizei alarmieren. Die Polizei sei sehr schnell gekommen und konnte den flüchtenden Täter festnehmen. Polizeisprecher Franz Märki bestätigt den Vorfall. Das Opfer hat Anzeige erstattet.
Traumatisiertes Opfer
«Ich musste die Bissverletzungen ärztlich behandeln und mich impfen lassen», sagt Reist. «Was seelisch übrig bleibt, wird man sehen. Es ist nicht lustig, verprügelt zu werden – ich fühle mich traumatisiert.» Auf ein e-mail mit Fragen zum Vorgefallenen reagierten die «Stadttauben» gestern Abend nicht. Die Stadt will die Wohngruppe bis Ende Mai auf der Parzelle dulden. (Berner Zeitung)
Erstellt: 08.05.2010, 09:51 Uhr
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