Stadtrat will Beamten mehr als 200'000 Franken zahlen
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Die Aufsichtskommission des Stadtrates (AK) hatte die Prüfung alternativer Lohnsystemmodelle beantragt. Die Verwaltung habe zunehmend Mühe, ihre Kaderstellen geeignet zu besetzen. Die Stadt sei für Kader im Vergleich zu Kanton, Bund und Privatwirtschaft wenig attraktiv.
Das Stadtberner Stimmvolk hatte der Plafonierung der Löhne auf 200'000 Franken im Jahr 2004 mit einem Ja-Stimmenanteil von 57 Prozent zugestimmt.
Es gehe nicht darum, die Volksinitiative auszuhebeln und die Löhne der Gemeinderäte zu erhöhen, sagte Kommissionsprecher Hans Peter Aeberhard. Ein solcher Schritt würde jedoch die Rekrutierung von Kaderleuten erleichtern.
Heikles Anliegen
Dass das Anliegen heikel ist, zeigte der Umstand, dass die Gräben zum Teil durch die Parteien gingen. Eine Mehrheit von SVP, CVP und BDP war gegen die Motion. Auch die GB/JA-Fraktion lehnte sie ab. Die SP, die FDP und GLP wiederum waren dafür. Dies ergab am Schluss das Ergebnis von 40 zu 24 für den Vorstoss.
Die Gegner der Motion zeigten Hemmungen, nach fünf Jahren einen klaren Volksentscheid schon wieder in Frage zu stellen. Man müsse nicht nur der wirtschaftlichen, sondern auch die politischen Dimensionen Rechnung tragen, sagte Henri-Charles Beuchat (CVP).
Erbost zeigte sich PdA-Vertreter Rolf Zbinden. Er sprach von einer unglaublichen Unverfrorenheit, mit welcher dem Eros des Geldes gehuldigt werde. Hier werde auf sehr hohem Niveau gelitten.
Auch die GB/JA-Fraktion warnte davor, die Lohnspirale weiter nach oben zu drehen. Profitieren würden ohnehin nur jene, die heute schon zu den gut Verdienenden gehören. Vielmehr brauche es bei den tiefen Löhnen eine Anpassung nach oben.
Es sei richtig, das Lohnsystem zu verbessern, um zu guten Kaderleuten zu kommen, sagte dagegen GFL/EVP-Sprecher Conradin Conzetti. Man könne vor der Realität die Augen nicht verschliessen, hieb SP-Sprecher Beat Zobrist in die gleiche Kerbe. Man habe nun fünf Jahr lang schlechte Erfahrungen gesammelt, der Deckel bringe handfeste Nachteile. (rdb/sda)
Erstellt: 19.03.2010, 11:22 Uhr
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