Rollstuhl-Premiere auf Berner Eis

BernAb sofort können Leute, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, im Weyerli aufs Glatteis. Möglich machen das die Stadt Bern und die Stiftung Cerebral.

Spass auf Kufen: Gemeinderätin Franziska Teuscher, Fred de Oliveira mit Rollstuhl auf dem Eisgleiter und Michael Harr (Stiftung Cerebral).

Spass auf Kufen: Gemeinderätin Franziska Teuscher, Fred de Oliveira mit Rollstuhl auf dem Eisgleiter und Michael Harr (Stiftung Cerebral). Bild: Max Füri

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Es war ein historischer Tag für Fred de Oliveira. Der 14-jährige Berner ist auf den Rollstuhl angewiesen und konnte gestern erstmals im Weyermannshaus auf die Schlööf. Sein Rollstuhl wurde zuvor auf einen sogenannten Eisgleiter fixiert, eine Plattform auf Kufen, auf die sich Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer samt Rollstuhl platzieren.

Die Stiftung Cerebral hat vor einiger Zeit erfahren, dass Hans Rinn, früherer ostdeutscher Olympiasieger im Rennrodel-Doppelsitzer, einen solchen speziellen Gleiter für Behinderte entwickelt hatte, erklärte Cerebral-Geschäftsleiter Michael Harr gestern bei der Premiere im Weyerli. «Menschen können trotz Behinderung sportlich sehr aktiv sein», sagte Harr. «Eislaufen war aber bisher nicht möglich. Diese Lücke füllen wir jetzt mit dem Eisgleiter.» Sehr zur Freude von Fred de Oliveira, der sich von Harr und Gemeinderätin Franziska Teuscher über das Glatteis stossen liess.

«Hindernisse beseitigen»

Auch die Berner Sportdirektorin freute sich über die gelungene Premiere. «Noch gibt es viele Barrieren für Menschen mit einer Behinderung», sagte Teuscher. «Wir wollen solche Hindernisse beseitigen oder zumindest abbauen – auch bei unseren Sportanlagen.» Weil Sport für alle möglich sein soll, mache die Stadt bei diesem Projekt mit.

«Es fägt!»

Während sich Fred de Oliveira gestern anfänglich noch etwas skeptisch über das Eis führen liess, wurde er immer sicherer und hatte Spass. «Der Eisgleiter ist perfekt», sagte er nach einer halben Stunde. «Ich sitze im Rollstuhl und kann trotzdem über das Eis fahren. Es fägt!» Der sportliche Berner – er fährt auch Skibob, fechtet und schwimmt gerne – will auf jeden Fall wieder aufs Eis. Seine Mutter Kathrin Siegrist freuts: «Fred hat gerne Action. Ihm dies zu bieten, ist nicht immer einfach. Dank des Eisgleiters können wir nun zusammen aktiv sein.»

Die Kunsteisbahn Weyermannshaus ist die erste Kunsteisbahn in der Schweiz, die zwei Eisgleiter für Menschen mit Behinderung anbietet. Sie ist laut Stiftung Cerebral besonders geeignet, da sie bereits für Menschen im Rollstuhl zugänglich ist. Die Stiftung will nun weitere Eisbahnen in der ganzen Schweiz mit Eisgleitern ausrüsten. Ein Gleiter kostet 2000 Franken. Finanziert wird das Projekt durch Spenden. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 17.01.2014, 12:59 Uhr)

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