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Sensationeller Fund am Moossee

Von Peter Steiger. Aktualisiert am 29.08.2011 5 Kommentare

Die Forscher haben beim Strandbad Moossee einen Steg aus der Pfahlbauzeit freigelegt. Die Holzkonstruktion aus der fernen Vergangenheit sei wie ein «Sechser im Lotto», schwärmen die Experten.

Der Holzsteg ist mehrere tausend Jahre alt.

Der Holzsteg ist mehrere tausend Jahre alt.
Bild: Andreas Blatter

Die Archäologen legen die wertvolle Fundstelle frei. (Bild: Andreas Blatter)

Als «sensationell» bezeichnen die Wissenschafter diesen Zeugen aus der Pfahlbauzeit, von einem «Sechser im Lotto» sprechen sie. Vorerst soll der Glückstreffer aber noch verborgen bleiben. Der Archäologische Dienst des Kantons Bern will erst in einigen Tagen über den spektakulären Fund am Moossee informieren. Diese Zeitung fotografierte die Ausgrabung beim Strandbad bereits jetzt.

Anderthalb Meter breit

Hier haben die Wissenschafter vor einigen Tagen einen hölzernen Steg freigelegt. Er diente wohl als Verbindung zwischen den Bauten oder zum Ufer.

Die Konstruktion ist rund anderthalb Meter breit. Der nun sichtbare Teil ist etwa zwei Meter lang. Erstaunlich, eben «sensationell» ist, wie gut sich der Steg präsentiert. «Er sieht aus, als hätten ihn die Pfahlbauer noch gestern benützt», schwärmt BZ-Fotograf Andreas Blatter.

Verblüffend ist der Zustand, bewundernswert aber auch, was die Handwerker geleistet haben. Mit primitiven Werkzeugen, ohne Nägel und Schrauben, bauten sie einen festfügten Steg, der jetzt, Jahrtausende später, immer noch hält.

Der Moossee ist als wichtige Fundstelle für Pfahlbauten seit langem ein Begriff. Zurzeit graben die Archäologen dort, weil die Gemeinde Moosseedorf das Strandbad sanieren und erweitern will. Die Wissenschafter vermuteten zu Recht, dass sich bei den geplanten neuen Gebäuden Überreste der bis zu 6000 Jahre alten Besiedlung befinden. Damit die Experten diese sichern und dokumentieren können, musste die Gemeinde die eigentlich für 2011 vorgesehene Badrenovierung um ein Jahr verschieben.

Weltkulturerbe?

Seit diesem Sommer gehören 111 Pfahlbauersiedlungen im gesamten Alpenraum zum Weltkulturerbe. 6 davon liegen im Kanton Bern, die meisten am Bielersee. Ursprünglich sollte auch der Moossee mit dieser Auszeichnung bedacht werden. Weil die bisher hier gefundenen Reste sich nur wenig von jenen am Bielersee unterscheiden, verzichteten die Initianten auf eine Kandidatur. Ob der nun ausgegrabene sensationelle Steg diese Einschätzung ändert, zeigt sich am 5.September. Dann orientiert der Archäologische Dienst offiziell über seine Erfolge am Moossee.

Gleichzeitig wird sich wohl auch klären, ob durch den Fund die Eröffnung der sanierten Badi nochmals verschoben werden muss. Der Moosseedorfer Gemeindepräsident Peter Bill wusste bis gestern noch nichts vom ausgegrabenen Steg. (Berner Zeitung)

Erstellt: 29.08.2011, 09:17 Uhr

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5 Kommentare

olivia kreuz

29.08.2011, 13:41 Uhr
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tja, lieber vergangenes aufarbeiten als jetziges und zukünftiges sabotieren, wie es unsere politiker tagtäglich machen. uns scheint nicht sehr bewusst zu sein, was unser land alles zu bieten hat, wir zerstören es durch massen-einwanderungen, täter statt opferschutz, ignorantes verhalten von fussball vereinen etc. nichtmal der schutz der heimat mit neuen flugzeugen ist möglich.pfahlbauermentalität? Antworten


Jenny Poijo

09.09.2011, 19:56 Uhr
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Sehr interessant.
Für Leute, die sich nicht für Archäologie interessieren bzw. finden, es ist ein Geldverschwendung, habe ich kein Verständnis. Die Vergangenheit ist eine Erbe, das wir verwalten dürfen und sollten, damit wir wissen, woher wir kommen und etwas, das wir an unsere Kinder weitergeben können.
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