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Schöne neue Züge quietschen hässlich

Von Peter Steiger. Aktualisiert am 10.02.2012 7 Kommentare

Viermal pro Stunde rollen Züge durch Fraubrunnen. Und quietschen. Seit der RBS hier doppelspurig fährt, lärmen sie mehr als früher. Die Bahn hat kein Gehör für die Klagen der Anwohner.

Die Einfahrt des quietschenden Zuges.
Video: Peter Steiger

Freut die Passagiere, ärgert die Anwohner. Ein Next-Zug durchfährt die Kurve vor dem Bahnhof Fraubrunnen. Die Anrainer kritisieren, dass die modernen Wagen lauter sind als die älteren Kompositionen. (Bild: Beat Mathys)

Reisende freuen sich über elegante, schnelle Züge. In Fraubrunnen ärgern sich Anwohner über den Lärm. Sie beklagen sich, dass die Kompositionen des Regionalverkehrs Bern Solothurn (RBS) nerven. In der Kurve zwischen Bahnhof und dem Ortsausgang Richtung Grafenried quietschen sie laut und störend.

Ein Besuch bestätigt, dass da nicht bloss Hypersensible überreagieren. Die Wagen lärmen vor allem im Bereich der Bahnschranken und beim Erliweg, wo die Geleise nur wenige Meter neben den Wohnhäusern liegen. Diese stehen an einem Hang, der den Schall verstärkt. Dem Besucher scheinen die Geräusche tagsüber zumutbar. Doch ahnt er, dass die Quietschzüge nachts empfindlich stören. Jede Stunde fahren vier Bahnen durch, auch sonntags. Ruhig ist es nur während der Betriebspause zwischen Mitternacht und halb sechs.

Nachdem sich Anwohner bei der Gemeinde beklagt haben, will diese beim RBS Abhilfe verlangen. Gemeindepräsidentin Regula Furrer wohnt am Tafelenfeldweg, also nicht direkt im betroffenen Gebiet. Doch: «Der Lärm stört auch hier empfindlich.»

Neuer Gleisunterbau

Die Bahn hat 2009 das Trassee auf Doppelspur erweitert und dabei den Gleisunterbau völlig neu aufgebaut. Seither quietsche die Bahn weit mehr, so Regula Furrer. Im gleichen Jahr weihte der RBS die ersten neuen Next-Züge ein. Die Niederflur-Express-Triebzüge fahren mit einer Geschwindigkeit von 120 km/h. «Sie sind lauter als die älteren Wagen», so Regula Furrer.

Der RBS hat kein Gehör für die Lärmprobleme. Mediensprecherin Fabienne Thommen verweist auf Messungen. «Wir halten uns an die gesetzlichen Lärmgrenzen. Unsere Werte liegen auch bei der Fraubrunner Kurve unterhalb der erlaubten Limite.» Weil das Unternehmen bereits vor dem Doppelspurausbau Resultate gesammelt habe, könne man vergleichen: «Weder das zweite Geleise noch die Next-Züge verursachen mehr Lärm.»

Beschwerde bei der Aufsicht

Der RBS werde deshalb nichts unternehmen, so Fabienne Thommen. Doch möchte sie wie folgt zitiert werden: «Wir sind uns bewusst, dass Fahrzeuge immer einen gewissen Lärm machen. Wir suchen nach Verbesserungen, um die Lärmbelastungen so gering wie möglich zu halten.»

Die Gemeinde Fraubrunnen will in den nächsten Wochen beim RBS vorsprechen. Mehrere Anwohner haben sich dort bereits beklagt. Weil eine betroffene Familie nicht akzeptieren wollte, dass der RBS nichts unternimmt, hat sie sich bei der Aufsichtsbehörde des Transportunternehmens beschwert, beim Bundesamt für Verkehr. Das BAV will sich nicht äussern, erklärt aber, dass in den nächsten Wochen ein Entscheid zu erwarten sei. Die Familie war bisher nicht zu erreichen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.02.2012, 06:47 Uhr

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7 Kommentare

Tinu Berner

10.02.2012, 08:06 Uhr
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Typisch RBS.
Schon beim blauen Bähnli nach Worb hatte die RBS nie Gehör für die Anwohner.
Ich frage mich wie die RBS mit diesem miesen Image Unterstützung für Ihren Bahnhofneubau in Bern finden will.
Antworten


Dominic Püro

10.02.2012, 09:00 Uhr
Melden 11 Empfehlung

Am Besten ist, wir schaffen den ÖV in der Schweiz gleich ganz ab, dann nervt sich auch niemand mehr an den unsäglich lauten Zügen, Trams und Bussen. Ich kann solche Kommentare und Artikel schlicht nicht ernst nehmen. 1. Wird niemand zum Wohnen neben einer Bahnstrecke gezwungen und 2. Sollen sich alle ÖV-Kritiker einmal im Ausland umsehen, es wird auf unsäglich hohem Niveau gejammert. Antworten



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