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Schleichverkehr ruft Anwohner auf die Barrikade
Von Esther Diener-Morscher. Aktualisiert am 18.03.2010 9 Kommentare
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7 Uhr morgens in der Äusseren Enge: Die Autokolonne durch die enge Reichenbachstrasse reisst kaum ab – nicht einmal dann, wenn ein Bus hält. Nervös setzt ein Autofahrer von hinten zum Überholen an und verpasst die Frau, die vor dem Bus über den Fussgängerstreifen geht, nur knapp.
Schlechte Signalisation
Von solchen Szenen haben die Anwohner genug. Peter Camenzind von der IG Äussere Enge hatte Mühe, mit seiner Stimme die Autos zu übertönen, als er gestern direkt vor seiner Eingangstüre die Situation schilderte: Die Automobilisten nehmen den scheinbar kürzeren Weg via Äussere Enge und Rossfeld, wenn sie nach Worblaufen und Zollikofen wollen, statt wie vorgesehen von der Autobahn durch den Tunnel auf die Tiefenaustrasse zu fahren. Seit Anfang März ist es noch schlimmer geworden: Wegen der Baustelle auf dem Felsenauviadukt wählen auch Stauumfahrer diese Route.
Nun fordern die Anwohner, dass die Stadt ganz schnell etwas unternimmt. Als Erstes müsse bei der Autobahnausfahrt Neufeld für Ortsunkundige klar signalisiert werden: Der Neufeldtunnel führt nicht nur ins Zentrum, sondern auch nach Zollikofen und nach Worblaufen. «Das sind bloss zwanzig zusätzliche Buchstaben; das ist das Mindeste, was wir verlangen», sagte Peter Camenzind.
Die Ortskundigen will die IG Äussere Enge mit anderen Massnahmen davon abhalten, dass sie das Quartier als Umfahrung der Autobahn-Baustelle nutzen. Sie schlägt vor, die Studerstrasse ab der Autobahneinfahrt im Neufeld als Sackgasse zu markieren. Ein anderer Vorschlag lautet, die Reichenbachstrasse im Gebiet Rossfeld zu den Stosszeiten zu sperren.
Gefährliche Schulwege
Die Schwellen und versetzten Parkplätze, die dort eigentlich schon seit längerer Zeit den Verkehr beruhigen sollten, halten den Durchgangsverkehr kaum ab. Häufig weichen Autofahrer unter Zeitdruck sogar aufs Trottoir aus und gefährden dort Kinder auf dem Weg zur Schule oder zum Kindergarten.
Traum Begegnungszone
Längerfristig träumen die Anwohner von einer Begegnungszone auf der Reichenbachstrasse. Doch bei diesem Vorschlag hat die Stadt bereits abgewunken: Die Strasse habe keinen Quartiercharakter; es käme zu teuer, sie zu einer Begegnungszone umzubauen.
Die IG will nicht lockerlassen: «Grundsätzlich sind wir offen für alle Massnahmen, die den Schleichverkehr eindämmen», hielt Peter Camenzind fest. Wichtig sei nur, dass das Quartier endlich ruhiger werde, «so, wie das den Anwohnenden seit Jahrzehnten versprochen wird». (Berner Zeitung)
Erstellt: 18.03.2010, 14:43 Uhr
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9 Kommentare
Strassen gehören der Allgemeinheit. Wenn diese Anwohner an autofreien Strassen wohnen wollen, dann sollen sie in entsprechende Überbauungen ziehen. Sie selbst haben auch Autos, also ist es jedem sein Recht durch dieses Gebiet zu fahren. Die würden sich besser einsetzen gegen die Überbevölkerung, da liegt der Hase im Pfeffer. Je mehr Menschen, je mehr Autos und Verkehr. Noch nie etwas davon gehört? Antworten
alexander steiners Worte in Gottes Ohr - die Sanierung der Stadttangente ist schon lange angekündigt...und es gibt auch andere Quartiere in der Stadt die von diesem Verkehr betroffen sind...Baustelle Tram Bern West lässt grüssen..aber fahren wollen wir trotzdem alle...vielleicht verbietet manja den Freiburgern noch, die Autobahn in Bern zu verlassen....Egoismus im Quadrat Antworten
ist einfach komisch.. jeder will sein auto immer überall benützen können, aber niemand ist bereit diese verkehr zu akzeptieren. unverständliche einstellung! und dass immer alle bedürfnisse oder wünsche erfüllt werden, ist ja sowieso unmöglich.. aber kompromissbereit ist niemand! typischer egotrip des menschen in der heutigen zeit.. und immer alle anderen sind schuld.... sehr seltsam... Antworten
Und Bern will in 10 Jahren auf 140'000 Einwohner wachsen... Und wie sollen die dann unterwegs zur Arbeit sein?! Mit ÖV möglichst nach 09:00 und unbedingt vor 15:00 oder mit dem Auto im Stau?! Und danke auch, für den Hinweis, die Autofahrer sollen gefälligst den "Schleichweg" über Worblaufen nach Zollikofen nehmen! Ich wohne in M'buchsee, fahre mit dem Bus zur Arbeit und stecke jeden Abend im Stau! Antworten
@P.Meier: Durchgangsverkehr ist immer unerwünscht, das Problem ist nur, dass er eben irgendwo durchgeht. Aber es stimmt schon, die Situation im Rossfeld ist wirklich derzeit aussergewöhnlich. Die fehlende Signalisierung ist ärgerlich. Es haben sich auch schon ein paar ortsunkundige Kollegen unfreiwillig durchs Rossfeld gequetscht. Antworten
Es ist so, dass es zwei Achsen neben der Autobahn nach Zollikofen braucht um den Verkehr aufzunehmen. Darum braucht es dringend eine Achse durch das äussere Enge Quartier. Am besten würde man sofort alle Schikanen entfernen und Tempo 50 einrichten durch die äussere Enge. Das ewige Gejammer der Anwohner! Sie können ja in die ruhige Neubrückstrasse ziehen wenns ihnen in der äusseren Engge nicht past Antworten
ich wünsche den Anwohnern viel Kraft und Erfolg. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass dies schwierig ist wenn man gegen den unerwünschten Durchgangsverkehr ankämpft. Jetzt soll die rot/grüne Regierung einmal beweisen, dass sie sie nicht nur heisse Luft propagieren sondern auch umsetzen können. VCS ist übrigens auch eine gute Adresse für weitere Unterstützung. Antworten
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Peter Meier
Auf der Hauptstrasse nach Schönbühl hat der Verkehr auch exterm zugenommen. Doch man leitet den Verkehr noch bewusst durch die betroffenen Dörfer dorthin (Autobahnwegweiser). Am Abend kann ich die Hauptsrasse fast nicht mehr überqueren. Für die Kinder und Fussgänger ist es gefährlich, vom Lärm und Gestank mal abgesehen. Ich finde es eine Frecheit von der Behörde. Antworten