Schalungsbretter fielen in die Aare
Von Jürg Spori. Aktualisiert am 30.03.2010
Vandalen kletterten bei der Reichenbachstrasse über einen abgesperrten Gerüstturm auf die Brücke und warfen Gegenstände hinunter. (Bild: Jürg Spori)
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Petition für Lärmschutz
Weil bei der Sanierung der Stadttangente nördlich des Felsenauviaduktes keine Lärmschutzwände gebaut werden, will der Engehalbinsel-Leist nun beim Bundesamt für Strassen (Astra) eine Petition einreichen.
Leistpräsident Thomas Beyeler kann nicht verstehen, warum das verantwortliche Astra auf der 800 Meter langen Strecke zwischen dem Wankdorfdreieck und dem Felsenauviadukt keine Lärmschutzwände geplant hat: «In diesem Gebiet leiden einige tausend Anwohner unter dem Verkehrslärm», argumentiert er.
Mit der Petition ans Astra fordert der Leist nun auch auf der Strecke vom nördlichen Ende des Felsenauviaduktes bis zum Wankdorf durchgehende Lärmschutzwände. Wann die Petition eingereicht wird, konnte Thomas Beyeler noch nicht sagen. Denn: «Die Unterschriftensammlung läuft auf Hochtouren.»
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Einen Schutzengel hatten Liebespaare, Jogger, Wanderer, Biker und Anwohner der Engehalbinsel, die vor zwei Wochen an der Aare beim Felsenauviadukt unterwegs waren: Sie hätten von herabfallenden 20 Kilo schweren Brettern getroffen, verletzt, ja sogar erschlagen werden können.
David Wetter, Chef der Filiale Thun des Bundesamtes für Strassen (Astra), bestätigt diesen Zwischenfall: «Bei der Montage der Baugerüste unter der Felsenaubrücke sind Schalungsbretter in die Aare gesegelt.»
Jetzt bessere Sicherung
So etwas dürfe auf keinen Fall passieren, meint Wetter. «Es ist während eines Sturms passiert. Eine Böe fegte die Bretter weg», erklärt Wetter. Als Sofortmassnahme wurde ein Baustopp für die Gerüstarbeiten angeordnet. Die Arbeiten mussten deshalb für einige Tage eingestellt werden. Das Astra hat mit der Bauunternehmung Massnahmen getroffen, damit die Bretter jetzt mehrmals gesichert werden.
Anwohner gefährdet
Thomas Beyeler, Präsident des Engehalbinsel-Leistes, ist froh, dass das Astra die Sicherheit erhöht hat. «Es darf doch nicht sein, dass die Bevölkerung durch die Bauarbeiten gefährdet werden», sagt er. Für die Sanierung wurde bei der Reichenbachstrasse auch ein Treppengerüst errichtet, damit die Arbeiter auf die Brücke steigen können.
Gefährliche Vandalenakte
Doch Vandalen haben die Abschrankungen überstiegen. Sie kletterten mit Hilfe von nahen Bäumen über den Turm zu den Gerüsten hinauf, wie Wetter erzählt. «Dies, obwohl das Gerüst und die Zugänge nach den Sicherheitsvorschriften abgesperrt waren», betont er. Sie versprayten den Betonpfeiler und warfen Gegenstände und Spraydosen in die Tiefe. Um diese Sprayereien ausführen zu können, mussten sich die Täter über einen Meter über das Gerüst hinauslehnen. «Da hätte leicht ein Unfall mit schweren Folgen passieren können, wir werden entsprechend eine Anzeige erstatten», so Wetter.
«Ich finde es bedenklich, dass man auf eine solche Idee kommen kann und die Sicherheit von Menschen aufs Spiel setzt», sagt Wetter. Er verurteilt diese Vandalenakte. Auch Leistpräsident Thomas Beyeler hat kein Verständnis: «Es ist schlimm, was passiert ist.»
Gerüsttürme überwachen
Damit die Vandalen nicht mehr wüten können, hat das Astra Schritte eingeleitet. «Die Zugänge wurden zusätzlich gesichert», sagt Wetter. Und: «Ausserhalb der Bauzeiten wird die Baustelle von Sicherheitsdiensten überwacht.» Gemäss Wetter sollten diese zusätzlichen Massnahmen weitere Vandalenakte verhindern. (Berner Zeitung)
Erstellt: 30.03.2010, 10:09 Uhr
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